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Regionale N-Düngeempfehlung & Nmin-Werte

Der MR Wetterau veröffentlich jedes Frühjahr eine regionale Düngeempfehlung für Raps, Sommerungen und Wintergetreide. Diese basiert auf den Nmin-Beprobungen im Januar der >400 Nmin-Dauerbeobachtungsflächen im Beratungsgebiet. Der Beratungsbereich des Maschinenring Wetterau umfasst große Flächen im Naturraum Wetterau, dem Unteren Vogelsberg, dem Büdingen-Meerholzer-Hügelland sowie dem Vorderen Vogelsberg und einzelne Wasserschutzgebiete im Hochtaunuskreis. Die Düngeempfehlungen werden nach Regionen unterschieden (vgl. Karte). Lediglich einzelne WSG, deren Nmin-Werte oder Bewirtschaftung sich deutlich von der übrigen Region unterschieden, werden gesondert behandelt und erhalten eine eigene Empfehlung.

Düngeempfehlung Frühjahr 2017

Die Düngeempfehlungen sind für folgende Regionen erstellt worden

Frühjahrs-Nmin-Werte und allgemeine Düngeempfehlungen 2017

veröffentlicht am 29.02.2017

Die Nmin-Ergebnisse des Beratungsbereichs des Maschinenring Wetterau im Maßnahmenraum liegen vor. Die daraus resultierende regionale Düngeempfehlung wurde daraus erstellt. Um die Synergien zwischen WRRL- und WSG-Beratung optimal nutzen zu können, sind - wie auch im vergangenen Jahr - die Empfehlungen einzelner vom Maschinenring Wetterau beratener WSG ebenfalls in dieser Empfehlung enthalten.

Vor der Aufbringung von wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff oder Phosphat fordert die Düngeverordnung (2007), dass der Düngebedarf der Kultur festgestellt wird, ein Gleichgewicht zwischen dem voraussichtlichen Nährstoffbedarf und der Nährstoff-versorgung muss gewährleistet sein. Weiterhin konkretisiert das Düngegesetz §3 (2) (2009) die gute fachliche Praxis des Düngens. Hierzu gehört u.a., dass Art, Menge und Zeitpunkt der Anwendung einer Düngung am Bedarf der Pflanzen und des Bodens ausgerichtet werden.

Unter Berücksichtigung der vorliegenden Nmin-Werte sowie der geforderten Rahmenbedingungen wird jährlich die N-Düngeempfehlungen für die 1. und 2. Gabe erarbeitet. Die vorliegende Düngeempfehlung entspricht somit der Dokumentationspflicht bei der Nährstoffbedarfsermittlung für Stickstoff nach § 3 Abs. 3 Nr. 1 sowie § 7 Abs. 1 der Düngeverordnung.

Download allgemeine Düngeempfehlung Frühjahr 2017 (pdf 669 KB)

 

 

Entwicklung der Nmin-Werte und Bestände im Winter/Frühjahr 16/17

Mittlere Frühjahrs-Nmin-Werte der Dauerbeobachtungsflächen der Wasserschutzberatung (ab 2013 mit Flächen Wasserrahmenrichtlinie) seit 2003
Mittlerer Frühjars-Nmin-Wert alle Dauerbeobachungsflächen Wasserschutzberatung

Der Mittelwert der vorliegenden Nmin-Werte unter allen Kulturen lag im Frühjahr 2017 bei 78 kg N/ha (0-30 cm: 25 kg; 30-60 cm: 33 kg; 60-90 cm: 21 kg). Damit lag der mittlere Frühjahrs-Nmin-Wert deutlich über den Nmin-Werten der beiden Vorjahre und sogar über dem mittleren Nmin des Frühjahrs 2004, nach dem Trockenjahr 2003 (Abb. 2). Dem sehr hohen mittleren Frühjahrs-Nmin-Wert 2017 ging bereits ein deutlich erhöhter mittlerer Herbst-Nmin-Wert 2016 in gleicher Höhe von 78 kgN/ha (n 360 Dauerbeobachtungsflächen 0-30 cm: 54 kg; 30-60 cm: 16 kg; 60-90 cm: 7 kg) voraus. Die hohen Herbst-Nmin-Werte waren durch verschiedene Ursachen begründet.

So führte eine starke Bodenaustrocknung (< 20-30 % der nFK), analog 2015, nach Mineralisationsstau zu einem Mineralisationsschub bei Wiederbefeuchtung und nach Bodenbearbeitung. Insbesondere Flächen mit langj. org. Düngung und/oder überhöhter mineralischer oder org. Zudüngung oder aber auch Rapsflächen mit intensiver Nacherntebodenbearbeitung, Grünlandumbrüche und/oder Auenlagen reagierten hier mit extremen Nmin-Anstiegen auf die Extremwitterung. Gleichzeitig wurde durch Mindererträge der Ernte 2016 (begründet durch Nässephasen, Strahlungsarmut und Krankheitsdruck) weniger Stickstoff entzogen. Ebenso waren hohe Herbst-Nmin-Werte auch durch Fehlbewirtschaftungen (unzureichende Anrechnung oder zu hohe Gesamtmengen org. Dünger, überhöhte N-Spätgaben, fehlender Zwischenfruchtanbau, etc.) begründet.

Aufgrund der geringen Niederschlagssummen der Monate Oktober bis Dezember 2016 (Wetterau: 120 mm, Nidda/Büdingen: 150 mm) erfolgte hiernach lediglich eine leichte Verlagerung in die jeweils tiefere Bodenschicht. Zwar bewirkten die Niederschläge verbreitet eine Erholung der Winterungen und Zwischenfrüchte, die N-Bindung war aber nach der extremen Trockenheit im September und in einem kühlen Oktober bis zum Eintreten der Vegetationsruhe mit ersten Frösten im November gering. Auch im Dezember und Januar erfolgte bei deutlich unterdurchschnittlichen Niederschlägen keine weitere Verlagerung. Eine nahezu dauerhafte Nachtfrostphase mit bis zu zweistelligen Minustemperaturen im Januar bis in den Februar verlängerte die Vegetationsruhe. Erst seit dem 2. Februar-Wochenende zeigen die Wurzeln und Vegetationskegel der Winterungen erstes Wachstum. Der Herbst-Stickstoff steht der aktuellen Kultur nahezu vollständig zur Verfügung, reduzieren Sie die N-Düngung!