Aktuelles: Gesetzgebung Wasserschutz

 

Ausweisung der Gefährdeten Gebiete in Wetteraukreis und Umgebung

Mit Inkrafttreten der Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) am 30.08.2019 gelten in Gefährdeten Gebieten nach §13 der DüV Auflagen, die über die jetzige DüV hinaus­gehen. Davon sind allein im Wetteraukreis 54 Gemarkungen sowie 3 Trinkwasser­schutzge­biete und insgesamt rund 19.000 ha Ackerland und rund 3.000 ha Grünland betrof­fen. Weitere betroffene Gemarkungen grenzen an den Wetteraukreis an.

In diesen Gebieten gelten folgende Einschränkungen:

  1. Kenntnis des verfügbarem N oder NH4-N und P2O5 von Wirtschaftsdüngern und orga­nischen sowie organisch-mineralischen Düngemitteln aus Biogasanlagen vor Ausbrin­gen (durch Analyse oder Deklaration).
  2. Absenkung des Kontrollwertes des betrieblichen Nährstoffvergleichs nach DüV (NV) von 50 kg N/ha auf 40 kg N/ha. Absenkung bereits ab 2018 wirksam. Gesonderte Erstellung des Nährstoffvergleichs für Flächen in und außerhalb der aus­gewiesenen Gebiete erforderlich.
  3. Erhöhung des Abstandes zu Gewässern, innerhalb dessen keine Düngung erfolgen darf, auf 5 m zwischen dem Rand der durch die Streubreite bestimmten Aufbrin­gungs­fläche und der Böschungsoberkante des jeweiligen oberirdischen Gewässers (vormals 1 m bei Grenzstreueinrichtung bzw. 4 m nach HWG).

Verbot von N- und P-haltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln innerhalb eines Abstandes von 10 m zur Böschungsoberkante bei mind. 10% Hangneigung innerhalb eines Abstandes von 20 m zur Böschungs­ober­kante (vormals 5 m). Innerhalb des Abstandes von 10 - 20 m (vormals 5 - 20 m) zur Böschungsoberkante dürfen o. g. Dünger nur wie folgt ausgebracht werden:

  • auf unbestellten Ackerflächen nur bei sofortiger Einarbeitung,
  • auf bestellten Ackerflächen
    1. mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 cm und mehr, nur bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung,
    2. ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender Bestands­entwicklung oder
    3. nach Anwendung von Mulch- oder Direktsaatverfahren.

Diese Auflagen entfallen für Betriebe, die der nach Landesrecht zuständigen Stelle nachwei­sen können, dass der NV im Durchschnitt der letzten 3 Düngejahre den Kontrollwert von 35 kg N/ha und Jahr nicht überschreitet. Der Nachweis hierzu ist unmittelbar nach dem Erstellen des NV dem RP Kassel vorzulegen. Auf Antrag können auch Betriebe freigestellt werden, die an Agrarumweltmaßnahmen teil­nehmen, deren Programme die gleiche Wirkung wie die Ver­ordnung erfüllen.

Eine Karte der betroffenen Gebiete finden Sie untenstehend.