Aktuelles: Gesetzgebung Wasserschutz

 

Novellierung der Düngeverordnung

Mit Inkrafttreten der novellierten DüV am 28.04.2020 müssen u. a. folgende Neuregelungen beachtet werden:

SPERRFRISTEN/DÜNGEBESCHRÄNKUNGEN:

  • Verlängerte Sperrfristen für Ausbringung von Kompost/Mist: 01.12. -15.01.
  • Sperrfrist für Aufbringung von phosphorhaltigen Düngemitteln auf Ackerland/Grünland: 01.12. – 15.01.
  • Beschränkung der Düngung ab dem 01.09. auf Grünland, Dauergrünland, mehrjährigem Feldfutterbau bei Aussaat bis 15.05. mit flüssigen organischen Düngern auf max. 80 kg Nges/ha.
  • Verbot des Aufbringens von Stickstoff. und phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist.

SONDERREGELUNGEN HANGGENEIGTE FLÄCHEN:

  • Zur Vermeidung von Abschwemmungen in oberirdische Gewässer Verbot der Aufbringung von stickstoff- und phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln
  • innerhalb eines Abstandes von 3 m (Achtung! Hessisches Wassergesetz: 4 m) zur Böschungsoberkante eines oberirdischen Gewässers auf Flächen, die innerhalb eines Abstandes von 20 m zur Böschungsoberkante eine Hangneigung von durchschnittlich mind. 5% aufweisen,
  • innerhalb eines Abstandes von 5 m zur Böschungsoberkante eines oberirdischen Gewässers auf Flächen, die innerhalb eines Abstandes von 20 m zur Böschungsoberkante eine Hangneigung von durchschnittlich mind. 10% aufweisen und
  • innerhalb eines Abstandes von 10 m zur Böschungsoberkante eines oberirdischen Gewässers auf Flächen, die innerhalb eines Abstandes von 30 m zur Böschungsoberkante eine Hangneigung von durchschnittlich mind. 15% aufweisen.
  • Hierbei im genannten Bereichen Aufbringung nur
    • auf unbestellten Ackerflächen vor der Aussaat oder Pflanzung nur bei sofortiger Einarbeitung
    • auf bestellten Ackerflächen:
      • mit Reihenkultur mit Reihenabstand von größer gleich 45 cm bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung,
      • ohne Reihenkultur nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder
      • nach Anwendung von Muchsaat- oder Direktsaatverfahren
  • Bei Hangneigung größer gleich 10% in 20 m zur Böschungsoberkante dürfen nicht mehr als 80 kg Nges/ha auf einmal ausgebracht werden. Höhere Düngergaben müssen aufgeteilt werden.

ANRECHNUNG VON ORGANISCHEN DÜNGERN:

  • Erhöhung der Mindestwerte für die Ausnutzung des Stickstoffs:
    • Rindergülle: von 50% auf 60%
    • Schweinegülle: von 60% auf 70%
    • Gärrest flüssig: von 50% auf 60%
    • Für Grünland gilt die Erhöhung erst ab 01.02.2025
  • Vollständige Anrechnung des im Herbst verfügbaren Stickstoff zu Wintergerste und Winterraps bei Düngebedarfsermittlung im Frühjahr

DÜNGEBEDARFSERMITTLUNG/AUFZEICHNUNGSPFLICHTEN:

  • Aufgrund nachträglich eintretender Umstände darf der bei der Düngebedarfsermittlung berechnete Bedarf max. um 10% überschritten werden
  • Für die Berechnung der Stickstoffbedarfswerte muss das durschnittliche Ertragsniveau der letzten fünf Jahre berechnet werden
  • Aufzeichnungspflicht der Düngemaßnahmen spätestens 2 Tage nach jeder Düngungsmaßnahme. Dabei aufzuzeichnen sind:
    • eindeutige Bezeichnung des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit oder zusammengefasster Schläge
    • Größe des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit oder der zusammengefassten Schläge
    • Art und Menge des aufgebrachten Stoffes
    • aufgebrachte Menge an Gesamtstickstoff und Phosphat, bei organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln neben der Menge an Gesamtstickstoff auf die Menge an verfügbarem Stickstoff
  • Aufzeichnungspflicht der Weidehaltung nach Abschluss der Weidehaltung: Zahl der Weidetage, Art und Zahl der auf der Weide gehaltenen Tiere
  • Berechnung und Aufzeichnung der jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Düngebedarfs (Stickstoff und Phosphor) für alle Schläge, Bewirtschaftungseinheiten oder zusammengefassten Flächen zum 31.03. des der Düngebedarfsermittlung folgenden Kalenderjahrs
  • Befreiung der Aufzeichnungspflicht möglich (Kleinstbetriebe etc.)
  • Der Nährstoffvergleich entfällt

 

GEFÄHRDETE GEBIETE NACH § 13:

Darüber hinaus gelten für die Gefährdeten Gebiete nach § 13 ab dem 01.01.2021 besondere Vorgaben:

  • Verringerung der jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Stickstoffdüngebedarfs um 20%. Ausnahme für Betriebe mit Flächen im Gefährdeten Gebiet, die durchschnittlich kleiner gleich 160 kg Nges/ha/Jahr und davon max. 80 kg N/ha/Jahr über Mineraldünger ausbringen.
  • Maximale Stickstoffdüngung von 170 kg Nges/ha/Jahr nicht im Betriebsschnitt, sondern flächenbezogen.
  • Verlängerte Sperrfristen für Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff auf Grünland: 01.10. – 31.01.
  • Verlängerte Sperrfristen für Aufbringung von Kompost/Mist: 01.11. -31.01.
  • Verbot der Stickstoffdüngung im Herbst zu Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung. Ausnahme zu Winterraps bei nachgewiesenem Nmin-Wert < 45 kg N/ha. Ausnahme zu Zwischenfrüchten ohne Futternutzung bei max. Aufbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren und Komposten von 120 kg Nges/ha.
  • Beschränkung der Düngung ab dem 01.09. auf Grünland, Dauergrünland, mehrjährigem Feldfutterbau bei Aussaat bis 15.05. mit flüssigen organischen Düngern auf max. 60 kg Nges/ha.
  • Düngung von Sommerungen mit Aussaat/Pflanzung nach dem 01.02. nur bei Anbau einer Zwischenfrucht im Vorjahr und Umbruch ab 15.01. bei jährlichem Niederschlag im langjährigen Mittel von < 550 mm/m². Ausnahme: Flächen, auf denen Kulturen nach 01.10. geerntet werden.
  • Für die Berechnung der Stickstoffbedarfswerte muss das durschnittliche Ertragsniveau aus den Erträgen der Jahre 2015-2019 berechnet werden

Weitere Einschränkungen seitens des Landes Hessen werden folgen.