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Zwischenfruchtanbau

Der Anbau von Zwischenfrüchten vor Sommerungen zählt zu den wichtigsten Grundwasserschutzmaßnahmen, da die Bestände Stickstoff in der Biomasse konservieren und Verlagerungen während der winterlichen Sickerperiode verhindern. Ferner wird Stickstoff organischer Düngergaben nach der Ernte zur Zwischenfrucht effizient in Pflanzenmasse konserviert. Darüber hinaus nutzen die Kulturen dem Erosionsschutz, haben eine positive Auswirkung auf den Humushaushalt, die Bodenstruktur und das Wasserhaltevermögen. Das Thema Zwischenfruchtanbau ist daher ein fundamentaler Bestandteil der Beratung zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung, die folgendermaßen umgesetzt wird:

  • Informationsschreiben
  • Persönliche Beratung zum Anbau von Zwischenfrüchten, HALM und Greening-Programmen
  • Überbetrieblicher Einkauf Zwischenfruchtsaatgut
  • Anlage von Demoversuchsflächen
  • Feldbegehungen von Demoversuchsflächen

Der Maschinenring Wetterau veröffentlicht jährlich mehrere Informationsschreiben zum Anbau von Zwischenfrüchten, von welchen eine Auswahl hier zum Download bereitsteht:  (Login!)

 

Zwischenfruchtgemenge
Zwischenfruchtgemenge


Wichtige Zwischenfrüchte und ihre Eigenschaften

Phacelia

 

 

 

  • Rasche Jugendentwicklung, hohe Unkrautunterdrückung
  • Massereiche aber niedrige Bestände
  • leicht zersetzbare Biomasse mit hohem Wasseranteil
  • Verbessert Phosphorverfügbarkeit
  • Sehr gute, feine Durchwurzelung
  • Kältetolerant, aber gut abfrierend

Senf & Ölrettich

 

 

 

  • Spätsaatverträglich (bis Mitte September) > frühere Saattermine bei Nematodenbekämpfung!
  • Massenwüchsig
  • Gute Unkrautunterdrückung,  ggf. Unterdrückung Mischungspartner!
  • Schnelle Jugendentwicklung
  • Ölrettich starke Durchwurzelung, Rettiche durchbrechen auch Bodenverdichtung
  • Dünne Aussaatstärken begünstigen dicke Rettiche, die schlecht abfrieren
  • Junge, spätauflaufende Pflanzen sind relativ frosthart > Mulchen im Herbst: gegen Frosthärte
  • Durchwuchs möglich wenn Rettiche nicht abfrieren

Leguminosen

 

 

 

  • Schnellwüchsig, massebildend, jedoch anspruchsvoll:
  • Frühe Saattermine um 15.08., evtl. auch früher
  • Benötigen Wärme und Feuchtigkeit für optimales Auflaufen
  • Gute Unkrautunterdrückung bei optimalen Bedingungen
  • Hinterlassen sehr gute Bodengare -> viele Arten mit sehr guter Durchwurzelung
  • N-Fixierung
  • Benötigen Stützfrüchte in Mischungen
  • Konkurrenzstark bei N-Mangel, sprechen jedoch auch gut auf N-Düngung an

Rauhafer

 

 

  • Gesundungsfrucht für enge Getreidefruchtfolgen
  • Wurzelausscheidungen:

    • Zur Unterdrückung von Unkraut
    • Bekämpft Halmbruchkrankheit
    • Bekämpft Schwarzbeinigkeit
    • Trotzdem Übertragung von Krankheiten möglich (Gelbverzwergungsvirus)

  • Reduziert Wurzelnematoden (Pratylenchen) und Trichodorien
  • Durch breite Blätter höhere Beschattung als andere Gräser
  • Anspruchslos hinsichtlich Standort
  • Gute Stützfrucht für rankende Leguminosen, früh schossend
  • Fror in den vergangenen, milden Wintern sehr schlecht ab und schob oftmals die Rispe -> Abmulchen nötig!