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Zwischenfruchtanbau

Der Anbau von Zwischenfrüchten vor Sommerungen zählt zu den wichtigsten Grundwasserschutzmaßnahmen, da die Bestände Stickstoff in der Biomasse konservieren und Verlagerungen während der winterlichen Sickerperiode verhindern. Ferner wird Stickstoff organischer Düngergaben nach der Ernte zur Zwischenfrucht effizient in Pflanzenmasse konserviert. Darüber hinaus nutzen die Kulturen dem Erosionsschutz, haben eine positive Auswirkung auf den Humushaushalt, die Bodenstruktur und das Wasserhaltevermögen. Das Thema Zwischenfruchtanbau ist daher ein fundamentaler Bestandteil der Beratung zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung, die folgendermaßen umgesetzt wird:

  • Informationsschreiben
  • Persönliche Beratung zum Anbau von Zwischenfrüchten, HALM und Greening-Programmen
  • Überbetrieblicher Einkauf Zwischenfruchtsaatgut
  • Anlage von Demoversuchsflächen
  • Feldbegehungen von Demoversuchsflächen

Der Maschinenring Wetterau veröffentlicht jährlich mehrere Informationsschreiben zum Anbau von Zwischenfrüchten, von welchen eine Auswahl hier zum Download bereitsteht:  (Login!)

 

Zwischenfruchtgemenge
Zwischenfruchtgemenge

Zwischenfrucht-Kartierung Herbst 2017

In den vergangenen Tagen (Anfang Oktober) wurde im Sachgebiet Grundwasserschutz die ZWF-Kartierung exemplarisch für die Wasserschutzgebiete Büdingen, Bad Homburg Ober-Erlenbach, Michelnau, Ulfa, Ober-Lais, Grävenwiesbach. Glauburg Stockheim, Kefenrod-Bindsachsen und Kaichen durchgeführt.  Mit der Kartierung sollen die Begrünungsanteile vor Sommerungen in den WSG erfasst werden. Ferner werden auch grundwasserschonende Bewirtschaftungen  aufgenommen. Die Kartierung zeigen u.a., dass deutlich mehr Flächen vor Sommerungen begrünt werden, als bei den Wasserversorgern für Ausgleichszahlungen beantragt werden.

Bei der ZWF-Kartierung wird jedoch immer wieder deutlich wie wichtig der Aussatzeitpunkt der Zwischenfrucht ist. Schon wenige Tage über dem optimalen Aussaatzeitpunkt zum 20. August für beispielsweise Phacelia entscheiden darüber, ob die Zwischenfrucht ihre Wirkung für den Gewässerschutz entfalten kann oder nicht. So kann ein guter Bestand rund 70kg N/ha aufnehmen, während ein vergleichsweise schlechter kaum Stickstoff aufnehmen kann. Außerdem können die Zwischenfrüchte nur in einem guten Bestand ihre Aufgaben, wie die Humusanreicherung, die Lockerung des Unterbodens und die Krümelbildung im Oberboden erfüllen und Unkraut wirksam unterdrücken. Weiterhin können einige Zwischenfrüchte wie nematodenresistenter Senf und Ölrettich nur bei sehr früher Aussaat Ende Juli Rübenzystennematoden und Rübenkopfälchen aktiv eindämmen. 

Senf- und Ölrettichbestände am 12.10.2017 zu unterschiedlichen Saatzeitpunkten:

 

Optimale Aussaat am 10. August
Zu späte Aussaat Ende September

Zwischenfrucht-Demoversuch 2017

Um den Nutzen von Zwischenfrüchten zu belegen sowie verschiedene Aussaattechniken, kostensparende Etablierungsverfahren oder neue Mischungen auszuprobieren, legt der Maschinenring Wetterau jährlich Demoversuchsflächen mit Zwischenfrüchten im Beratungsgebiet an, die öffentlich mit interessierten Landwirten begangen werden. Folgender Versuch ist im Herbst 2017 angelegt worden:

Reichelsheim

Zwischenfruchtversuch Ober-Erlenbach

Zielsetzung:

  • Vertiefung mehrjähriger Erfahrungen mit bewährten Mischungen
  • Weiterführung der Datenbasis zu Frischmasse, N-Bindung, Nmin-Werte etc.
  • Präsentation von Demoflächen im Rahmen von Feldtagen 

Wichtige Zwischenfrüchte und ihre Eigenschaften


Phacelia

 

 

 

  • Rasche Jugendentwicklung, hohe Unkrautunterdrückung
  • Massereiche aber niedrige Bestände
  • leicht zersetzbare Biomasse mit hohem Wasseranteil
  • Verbessert Phosphorverfügbarkeit
  • Sehr gute, feine Durchwurzelung
  • Kältetolerant, aber gut abfrierend

Senf & Ölrettich

 

 

 

  • Spätsaatverträglich (bis Mitte September) > frühere Saattermine bei Nematodenbekämpfung!
  • Massenwüchsig
  • Gute Unkrautunterdrückung,  ggf. Unterdrückung Mischungspartner!
  • Schnelle Jugendentwicklung
  • Ölrettich starke Durchwurzelung, Rettiche durchbrechen auch Bodenverdichtung
  • Dünne Aussaatstärken begünstigen dicke Rettiche, die schlecht abfrieren
  • Junge, spätauflaufende Pflanzen sind relativ frosthart > Mulchen im Herbst: gegen Frosthärte
  • Durchwuchs möglich wenn Rettiche nicht abfrieren

Leguminosen

 

 

 

  • Schnellwüchsig, massebildend, jedoch anspruchsvoll:
  • Frühe Saattermine um 15.08., evtl. auch früher
  • Benötigen Wärme und Feuchtigkeit für optimales Auflaufen
  • Gute Unkrautunterdrückung bei optimalen Bedingungen
  • Hinterlassen sehr gute Bodengare -> viele Arten mit sehr guter Durchwurzelung
  • N-Fixierung
  • Benötigen Stützfrüchte in Mischungen
  • Konkurrenzstark bei N-Mangel, sprechen jedoch auch gut auf N-Düngung an

Rauhafer

 

 

  • Gesundungsfrucht für enge Getreidefruchtfolgen
  • Wurzelausscheidungen:

    • Zur Unterdrückung von Unkraut
    • Bekämpft Halmbruchkrankheit
    • Bekämpft Schwarzbeinigkeit
    • Trotzdem Übertragung von Krankheiten möglich (Gelbverzwergungsvirus)

  • Reduziert Wurzelnematoden (Pratylenchen) und Trichodorien
  • Durch breite Blätter höhere Beschattung als andere Gräser
  • Anspruchslos hinsichtlich Standort
  • Gute Stützfrucht für rankende Leguminosen, früh schossend
  • Fror in den vergangenen, milden Wintern sehr schlecht ab und schob oftmals die Rispe -> Abmulchen nötig!