Aktueller Stickstoff-Bedarf

 

N-Monitoring - Winterweizen

Im Rahmen der WRRL-Beratung im Wetteraukreis werden jährlich auf verschiedenen Standorten N-Monitoring-Flächen angelegt. Auf diesen Flächen werden mit Beginn des Schossens über die gesamte Vegetationsperiode wöchentlich Chlorophyll-Messungen mit dem Yara N-Tester durchgeführt, um den aktuellen N-Bedarf zu quantifizieren und Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden und aus der organischen Düngung der Vorjahre abzuschätzen. Bei der bedarfsgerechten N-Düngung kann Stickstoff eingespart werden und unnötige Umweltbelastungen werden vermieden.

Die wöchentlichen Ergebnisse der vegetationsbegleitenden Maßnahmen finden Sie untenstehend.

Ergebnisse N-Monitoring Winterweizen

Abb. 1: Entwicklung N-Bedarf Winterweizen nach N-Tester-Messung

+++ Stand 06.05.2021: +++

Die Hoffnung auf moderatere Temperaturen im Mai haben sich leider noch nicht erfüllt. Im Gegenteil sind die Temperaturen seit der letztwöchigen Zustandsbeschreibung sogar wieder deutlich gefallen. Die Situation des kältesten April seit 40 Jahren (Station Frankfurt rund 2°C unter dem Mittel) dauert also auch im Mai an. So fielen auch nochmals die Bodentemperaturen auf ca. 8 °C (Abb. 1).

Die Bestände haben sich gegenüber der Vorwoche nicht, bzw. nur minimal weiterentwickelt. Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 33, N-Bedarf 20 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 32, N-Bedarf 80 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 31/32, N-Bedarf 40 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 31, N-Bedarf 90 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 31, N-Bedarf 80 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 32, N-Bedarf 30 kg N/ha

Der N-Bedarf des Bestandes in Grund-Schwalheim ging gegenüber der Vorwoche zurück. Die Schossergabe vom 16.04. zeigt also weiter gute Wirkung. Hier ist die Versorgung weiter gesichert, insbesondere da die Boden-N-Freisetzung noch gar nicht richtig eingesetzt hat.

In Bingenheim wurde die Schossergabe mit 54 kg N/ha am 30.04. gedüngt. Die Schossergabe wurde hier auf EC 31/32 geschoben, um bei überhöhter Saatstärke unproduktive Nebentriebe zu reduzieren. Dies scheint gegenwärtig gelungen zu sein. Eine erneute Auszählung ergab, dass die Bestandesdichte von > 1000 Tr./m² auf rund 700 Tr./m² reduziert wurde (Tab. 1). Grundsätzlich sollten solch hohe Bestandesdichten durch zu hohe Saatstärke vermieden werden (unproduktiver Wasser- und Nährstoffverbrauch). Durch das „Anhungern“ kann die Triebdichte zwar reduziert werden, doch ist gleichermaßen die Gefahr der Reduzierung von Ertragsanlagen gegeben. Zum aktuellen Termin ist der hohe N-Mangel der Vorwoche leicht rückläufig und sollte weiter abnehmen. Eine zusätzliche, ggf. vorgezogene Spätgabe nach N-Tester-Messung ist hier eingeplant.

Im Bestand in Melbach haben sich frühere Aufhellungen (AHL-Düngung und CCC-Einsatz bei kalten Bedingungen) weiter verwachsen. Der N-Bedarf stieg hier gegenüber der Vorwoche leicht an. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei geringem Frühj.-Nmin die bisherige N-Düngung von rund 120 kg N/ha gut verwertet wurde. Die noch nicht ausreichend eingetretene Boden-N-Freisetzung sollte bei Erwärmung im Laufe des Mais den aktuellen Bedarf wieder reduzieren.

Die Standorte Büches 1 und Büches 2 zeigen eine nochmalige Zunahme des N-Bedarfs. Wie in den Vorwochen bereits ausgeführt, ging man davon aus, dass die am 05.04. erfolgte Herbizid- und Wachstumsregleranwendung bei kühlen Temperaturen deutlich zur Aufhellung der Bestände führte. Dass die Aufhellungen so lange andauern, ist ungewöhnlich, der Sachverhalt ist jedoch vermutlich auf die in diesem Jahr ungewöhnlich langanhaltende kühle Witterung und den scheinbaren Wachstumsstopp der Bestände zurückzuführen. Bei der Fläche Büches 1 muss zudem weiterhin ein Schwefelmangel als zusätzlicher Faktor für erhöhte N-Bedarfsmessungen einbezogen werden. Die Labor-Analyse hat dies nun bestätigt. In EC 31 sollte der S-Gehalt in der TM > 0,3% betragen, am Standort Büches 1 wurden lediglich 0,18% erreicht. Auch das N/S-Verhältnis sollte berücksichtigt werden und 10:1 betragen, auch hier wurden jedoch nur 15:1 erreicht.

Die CULTAN-Fläche Ober-Erlenbach zeigt, abweichend zur angesprochenen zweiten CULTAN-Fläche Büches 2, die erwartete Entwicklung. Sie ist, wie es eingesetzte Düngeform und Düngerzusammensetzung erwarten lässt, weiterhin gut mit Stickstoff versorgt. Gegenüber der Vorwoche steigt der N-Bedarf minimal an.

Fazit: Der überdurchschnittlich kühle und trockene April sowie der kalte Start in den Mai lassen das Wachstum und auch die N-Aufnahme der Weizenbestände verbreitet stocken. Besonders PS-Maßnahmen im Frühjahr (Herbizid, z.T. Wachstumsregler) bei kühler Witterung stressen die Bestände zusätzlich. Bei späten Saaten oder bestimmten Sorten können die Auswirkungen stärker auftreten. Im Falle erhöhter N-Bedarfswerte sind diese überwiegend (Büdingen 1 und 2) durch die genannten Faktoren bestimmt. Auf den Flächen in Büdingen ergaben Nmin Schnelltests jedoch in 0-30 cm einen Nmin von rund 20 kg N/ha. D.h. zzgl. des Nmin in 30-60 bzw. bis 90 cm steht den Beständen noch ausreichend pflanzenverfügbarer Strickstoff aus den ersten N-Düngegaben zur Verfügung, bis die N-Bodennachlieferung einsetzt.

Die übrigen Flächen, oftmals mit Herbst-Herbizideinsatz, zeigen sich weiter gut versorgt (Grund-Schwalheim, Melbach, Ober-Erlenbach).

Ein Nachlieferungsschub ist bei Bodenerwärmung auf allen Flächen im Laufe des Mais zu erwarten (Lagergefahr). N-Spätgaben sollten nach N-Testermessungen (ab EC 37) entsprechend reduziert werden!

 

+++ Stand 29.04.2021: +++

Zwar steigen die Temperaturen nur leicht und die Böden sind weiter kühl, dennoch haben sich die Bestände weiterentwickelt. Alle Bestände befinden sich nun sicher im Stadium 31, einige sind schon etwas weiter. Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 31/32, N-Bedarf 40 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 31/32, N-Bedarf 90 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 31, N-Bedarf 30 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 31, N-Bedarf 80 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 31, N-Bedarf 70 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 32, N-Bedarf 20 kg N/ha

Der N-Bedarf des Bestandess in Grund-Schwalheim stieg gegenüber der Vorwoche nur minimal an. Die Schossergabe vom 16.04.2021 zeigt weiter Wirkung. Mit zögerlich beginnender Boden-N-Freisetzung sollte die Versorgung weiter gesichert sein.

In Bingenheim wurde trotz Empfehlung bisher noch keine Schossergabe gedüngt. Zum aktuellen Termin ist der N-Mangel im Vergleich zur Vorwoche nochmals angestiegen! Eine umgehende Schossergabe von mindestens 60 kg N/ha wurde empfohlen, um Ertragsverluste zu vermeiden. Eine zusätzliche, ggf. vorgezogene Spätgabe nach N-Tester-Messung ist hier eingeplant.

Der Bestand in Melbach erholt sich weiter erkennbar von den Aufhellungen, welche durch die AHL-Düngung und CCC-Einsatz bei kalten Bedingungen begründet waren. Der N-Bedarf geht nochmals um 20 kg N/ha zurück. Zu diesem Zeitpunkt kann festgehalten werden, dass der am Standort Melbach dem AHL-Dünger zugesetzte Ureasehemmer zwar potenziell zu Aufhellungen führen kann, diese jedoch, ähnlich wie bei Herbizid-Aufhellungen, augenscheinlich wieder angemessen durch die Bestände kompensiert werden.

Die Standorte Büches 1 und Büches 2 zeigen eine nochmalige Zunahme des N-Bedarfs. Wie in den Vorwochen bereits ausgeführt, ging man davon aus, dass die am 05.04.2021 erfolgte Herbizid- und Wachstumsregleranwendung bei kühlen Temperaturen deutlich zur Aufhellung der Bestände führte. Dass die Aufhellungen so lange andauern, ist ungewöhnlich, kann jedoch weiter nicht ausgeschlossen werden. Bei Büches 1 muss zudem weiterhin ein Schwefelmangel als zusätzlicher Faktor für erhöhte N-Bedarfsmessungen einbezogen werden. Eine Analyse des S-Gehaltes in der Pflanze wird weiteren Aufschluss darüber geben. Die Probe befindet sich z.Zt. im Landeslabor.

Die CULTAN-Fläche Ober-Erlenbach zeigt, abweichend zur angesprochenen zweiten CULTAN-Fläche Büches 2, die erwartete Entwicklung. Sie ist, wie es eingesetzte Düngeform und Düngerzusammensetzung erwarten lässt, weiterhin gut mit Stickstoff versorgt. Gegenüber der Vorwoche steig der Bedarf minimal an.

Fazit: Trotz des überdurchschnittlich kühlen und trockenen Aprils und der zögerlichen Entwicklung der Weizenbestände befinden sich die Monitoringflächen in einem ausreichend guten bis sehr guten N-Versorgungszustand, der durch N-Tester-Messungen bestätigt werden kann. In der ersten Aprilwoche durchgeführte Schossergaben sind in großen Teilen verwertet. Flächen die noch keine Schossergabe erhalten haben zeigen erwartungsgemäß einen sehr hohen Bedarf (Bingenheim). Hier sollte die Düngung umgehend erfolgen! Lediglich die Flächen Büches 1 und Büches 2 zeigen trotz ausreichender Düngung überraschend hohe N-Bedarfswerte (s. Erläuterung).

Es bleibt abzuwarten, ob der Bedarf der Flächen mit zunehmender N-Nachlieferung aus Boden, Vorfrucht, org. Düngung etc. bis Ende der ersten Mai-Dekade nochmals zurückgeht. Auf alle Fälle ist im Jahr 2021 mit einer verspäteten N-Nachlieferung zu rechnen, die Spätgabe in 2021 ist dann entsprechend zu reduzieren. Eine Spätgäbe nach N-Tester-Messung ist ab EC 37 geplant.

 

+++ Stand 22.04.2021: +++

Seit der letzten Messung am 16.04.2021 haben sich die Bodentemperaturen langsam gesteigert, dennoch liegen sie weiterhin unter der Marke von 12°C, ab welcher in den vergangenen Jahren eine erkennbare N-Mineralisation zu beobachten war. Die Bestände haben sich mit der höheren Temperatur weiterentwickelt, sodass sich nun alle Bestände klar im Schossen zeigen. Die aktuellen N-Tester Messungen ergaben folgende Messungen:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 31, N-Bedarf 30 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 31, N-Bedarf 80 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 30, N-Bedarf 50 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 30, N-Bedarf 60 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 30, N-Bedarf 60 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 30, N-Bedarf 0 kg N/ha

Der N-Bedarf des Bestands in Grund-Schwalheim sank zur Messungen nach Schossergabe am 16.04.2021 erwartungsgemäß wieder ab. Die Düngewirkung ist gut zu erkennen, aufgrund der Zusammensetzung von AHL wird die vollständige Umsetzung noch andauern. Mit zunehmender Boden-N-Freisetzung ist zudem ein weiterer Bedarfsrückgang zu erwarten.

Die 2. Gabe am Standort Bingenheim erfolgte aufgrund des sehr dichten Bestandes (s. Tab. 1) noch nicht, hier sollten zunächst unproduktive Seitentriebe reduziert werden. Zum aktuellen Termin ist nun ein deutlicher N-Mangel zu sehen, eine Reduktion der Triebzahl setzt bereits ein. Eine Düngung dem Bewirtschafter nach dem Wochenende empfohlen.

Der Bestand in Melbach erholt sich nun erkennbar von den Aufhellungen, welche durch die AHL-Düngung und CCC-Einsatz bei kalten Bedingungen begründet waren. Der N-Bedarf geht in Folge um 20 kg N/ha deutlich zurück. Interessant wird sein, wie sich der N-Bedarf der beiden mit AHL gedüngten Flächen (Melbach und Grund-Schwalheim) künftig entwickelt, da am Standort Melbach dem AHL-Dünger zusätzlich ein Ureasehemmer zugesetzt wurde, der die Umsetzung des Amid-Stickstoffs in pflanzenverfügbares Ammonium verzögert. Dieser Hemmstoff kann zusätzlich die Aufhellungen des Bestands begünstig haben.

Die Standorte Büches 1 und Büches 2 zeigen weiterhin eine Zunahme des N-Bedarfs, wobei die mit CULTAN gedüngte Fläche trotz Depotdüngung und S-Versorgung sogar einen stärkeren Anstieg zeigt. Wie in der Vorwoche bereits ausgeführt, kann davon ausgegangen werden, dass die am 05.04. erfolgte Herbizid- und Wachstumsregleranwendung bei kühlen Temperaturen deutlich zur Aufhellung der Bestände führte. Dass die Aufhellungen so lange andauern ist ungewöhnlich, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Bei Büches 1 muss zudem weiterhin ein Schwefelmangel als zusätzlicher Faktor für erhöhte N-Bedarfsmessungen einbezogen werden. Eine Analyse des S-Gehaltes in der Pflanze in der kommenden Woche wird weiteren Aufschluss darüber geben.

Die CULTAN Fläche Ober-Erlenbach zeigt, abweichend zur angesprochenen zweiten CULTAN-Fläche Büches 2, die erwartete Entwicklung. Sie ist, wie es eingesetzte Düngeform und Düngerzusammensetzung erwarten lässt, weiterhin sehr gut mit Stickstoff versorgt.

Die 2. Gabe ist in den meisten Beständen bereits gefallen und sollte nur noch bei deutlich zu dichten Beständen bis EC 31 oder 32 herausgezögert werden. Falls noch N-Tester-Messungen in Ihrem Bestand gewünscht sind, können Sie sich gerne bei uns melden.

 

+++ Stand 16.04.2021: +++

Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage hat sich im Vergleich zur Vorwoche wenig in Sachen N-Bedarf getan. Dies liegt in erster Linie an der weiterhin kalten Witterung, die die Entwicklung der Bestände, die Umsetzung und Wirkung der Dünger sowie die Mineralisation im Boden stark gebremst hat, was sich auch in den folgenden nahezu unveränderten EC-Stadien und Messergebnissen zeigt.

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 30/31, N-Bedarf 40 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 30, N-Bedarf 50 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 29, N-Bedarf 70 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 29, N-Bedarf 50 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 29, N-Bedarf 20 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 29/30, N-Bedarf 0 kg N/ha

Die Flächen Büches 1 und Melbach zeigten trotz erfolgter 2. Gabe, welch durch ausreichende Niederschläge bis zum 12.04. verwertet sein sollten, einen deutlichen Anstieg des N-Bedarfs. Hier kann davon ausgegangen werden, dass der Messwert aufgrund der jeweils am 05.04. erfolgten Herbizid-bzw. Wachtumsreglerbehandlung (deutliche Aufhellung der Bestände) verfälscht war. Weiterhin kann eine nicht erfolgte Schwefeldüngung auf Büches 1 zu einer Verfälschung des Messergebnisses beitragen.

Auf der Fläche Melbach erfolgte zudem die Düngung mit AHL. Wechselfröste und Niederschlag (schwache Wachsschicht) in Kombination mit AHL haben zu Verätzungen der Blattspitzen und einer Aufhellung geführt. Dies trägt ebenfalls zu einem überhöhten Messergebnis (N-Bedarf) bei.

Die genannte Herbizidanwendung führte vermutlich auch bei der CULTAN-Fläche Büches 2 zu dem gemessenen Anstieg des N-Bedarfs, welcher jedoch aufgrund der noch ausreichenden Depotdüngung ausgeschlossen werden kann. Die ebenfalls mit CULTAN gedüngte Flächen in Ober-Erlenbach zeigt hingegen weiterhin keinen N-Bedarf, hier wurde die Herbizidmaßnahme im Herbst 2020 gefahren.

Der N-Bedarf der Fläche in Grund-Schwalheim ist durch die zum Messzeitpunkt noch nicht erfolgte Schossergabe begründet. Am gleichen Tag erfolgte jedoch eine Schossergabe von 60 kg N/ha.

Der leichte Rückgang des N-Bedarfs in Bingenheim ist durch die langjährige organische Düngung erklärbar. Trotz der noch geringen Bodentemperaturen, kann hier eine erste N-Freisetzung angenommen werden. Eine Schossergabe erfolgte aufgrund der hohen Bestandesdichte noch nicht.

Empfehlung Schwefeldüngung 2021: Bei den verbreitet geringen Nmin-Werten im Frühjahr kann aufgrund der Verlagerung auch von niedrigen Smin-Gehalten im Boden ausgegangen werden, da dieser wie auch Nitrat-N leicht verlagerbar ist. Sind Bestände noch nicht mit Schwefel gedüngt, sollte dies unbedingt in der 2. Gabe oder in Verbindung mit Pflanzenschutz nachgeholt werden. Dem Weizen sollten mind. 30 kg S/ha zur Verfügung stehen, eine organische Düngung allein kann i.d.R. den S-Bedarf nicht decken!

Fazit: Die Monitoringflächen, die zur aktuellen Messung noch keine Schossergabe erhalten haben zeigen einen Bedarf von derzeit 40-50 kg N/ha. Auf Anfang April angedüngten Flächen sollte die 2. Gabe nach ausreichenden Niederschlägen größtenteils verwertet sein, die Flächen zeigen einen geringen Bedarf. Verfälscht hohe N-Bedarfsergebnisse sind aktuell i.d.R wie folgt begründet:

  • Kürzliche Herbizid- bzw. Wachstumsreglermaßnahmen (bei Kälte)
  • Schwefelmangel
  • AHL
  • Stress durch Kälte

Bei der Bemessung der 2. Gabe ist folgendes zu berücksichtigen: Die Wirkung aus Mineralisation aus Boden und organischen Düngern tritt erst bei stabilen Boden-Temperaturen > 12°C ein. Bei sehr dichten Beständen kann mit der Schossergabe noch bis EC 31/32 (> 800 Triebe) gewartet werden, normale Bestände bis 800 Triebe/m² können nun gedüngt werden. Behalten Sie unbedingt bei der Bemessung der 2. Gabe Ihre Düngeempfehlung bzw. in Roten Gebieten DBE -20% im Blick. Möglicherweise kann keine Spätgabe mehr stattfinden.

 

+++ Stand 14.04.2021: +++

Rückblick Witterung bis Anfang April

Erfreulicherweise zeigten sich die Bodenwasservorräte im gesamten Beratungsgebiet durch ergiebigen Herbst- und Winterniederschläge zu Vegetationsbeginn vollständig aufgefüllt, sodass die Bestände auch in diesem Jahr mit ausreichender Wasserversorgung in die Vegetation starten konnten.

Die Frühjahrs-Nmin-Werte lagen, nach geringen Herbst-Nmin-Werten sowie deutlicher Verlagerung über Winter, im Frühjahr auf einem geringen Niveau, nichtsdestotrotz waren bei Flächen mit auffälligen Herbst-Nmin-Werten auch hohe Rest Nmin-Gehalte zum Frühjahr anzutreffen.

Die Getreidebestände hatten sich durch die ausreichende Feuchtigkeit und die milden Temperaturen im Herbst und Winter 2020/2021 gut entwickelt. Leichte Blattschäden durch den strengem Frost Anfang Februar kompensierten die Bestände zügig, die darauffolgenden milderen Temperaturen führten zum Vegetationsbeginn ab ca. 20.-25.02. Der März verlief in der zentralen Wetterau recht trocken und mild, sodass die Bestände noch intensiv bestockten. Bis Mitte des Monats fielen ca. 20-25 mm Niederschlag, welche die Verwertung der 1. Gabe sicherstellten. Ende März stiegen die Temperaturen teilweise über 20°C an, wobei die Bodentemperaturen in dieser Phase ebenfalls kurz über 12°C anstiegen, hiernach jedoch wieder deutlich abfielen.

Seit Ostern sind die Temperaturen wieder deutlich gesunken, teilweise lagen diese nachts unter dem Gefrierpunkt. Der Langtag führt die Bestände verbreitet in das Längenwachstum (EC 30) über, die niedrigen Temperaturen verzögerten die Entwicklung jedoch.

Ziel der N-Testermessungen - korrekte Interpretation der N-Testermessungen – bisherige Entwicklung der Bestände

Durch eine regelmäßige N-Bedarfsanalyse mit Yara N-Tester-Messungen können insbesondere der Beginn und Höhe des N-Bedarfs bei der Anschlussdüngung sowie Zeitpunkt und Höhe der N-Nachlieferung aus Boden und ggf. der org. Dünger abgeleitet werden.

Um diese Entwicklung über die N-Düngeperiode zu verfolgen, wurden im gesamten Beratungsgebiet des MR Wetterau sechs Monitoring-Flächen mit Stoppel-, Rübenweizen und Maisweizen eingerichtet (Tab. 1, Tab. 2).

Anfang März wurden erste Trieb- und Pflanzenzählungen durchgeführt (Tab. 1, Pfl./m² nach Winter). Bei Aussaatstärken von 260 (Grund-Schwalheim) bis 320 Körner/m² lagen die Pflanzendichten nach Winter bei 240-320 Pfl./m². Lediglich der Schlag in Bingenheim wies, bedingt durch die hohe Aussaatstärke von 380 Körnern/m², eine Pflanzendichte von über 330 Pfl./m² auf. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bestände, mit Ausnahme der Rübenweizenflächen in Büches, schon bestockt und 2-3 Triebe gebildet.

Die nächste Bonitur der Bestände erfolgte am 01.04. (Tab. 1) Zu diesem Zeitpunkt hatten alle Bestände ausreichend bestockt und erreichten durchweg hohe Triebzahlen von 650- 800 Trieben/m². Der Grund-Schwalheimer Schlag hatte zu diesem Zeitpunkt über 900 Triebe, in Bingenheim lagen die Triebzahlen über 1000 Triebe/m².

Für eine optimale Bestandesdichte sollten, je nach Sortentyp, Standort bzw. Wasserversorgung, 500-600 ährentragenden Halmen/m² angestrebt werden. Ausgangs der Bestockung sollte deshalb nicht mehr als 800 Triebe/m2 ausgezählt werden.

Bei der Ableitung des N-Düngebedarfs durch die N-Testermessungen ist es wichtig, die Wirkung verschiedener Stressfaktoren wie Frost, UV-Strahlung und kürzlich erfolgte Herbizid- oder Wachstumsreglermaßnahmen zu berücksichtigen (Tab. 1). Auch eine fehlende Schwefeldüngung kann zu einer Aufhellung führen. In diesen Fällen ist eine Korrektur der ermittelten Daten unerlässlich, um realistische Ergebnisse zu erzielen.

 

 

+++ Stand 09.04.2021: +++

Am 09.04. befanden sich alle Bestände im Stadium Ende Bestockung (EC 29), lediglich der Schlag in Grund-Schwalheim (Septembersaat) befand sich schon sicher in EC 30.

Die Bedarfswerte schwankten, bei den herkömmlich gedüngten Schlägen, zwischen 30 und 60 kg N/ha. Die Flächen, die mit RMD-Sulfat (3 % Nitrat, 7 % Ammonium, 5 % Harnstoff) mittels CULTAN-Verfahren gedüngt wurden, zeigten sehr hohe N-Tester-Messwerte und wie zu erwarten keinerlei N-Bedarf.

Aufgrund der gemessenen Daten zeigt sich die Situation zur Schossergabe wie folgt:

  • Die Startgaben (auch 1b Gaben) wurden, wenn in der Höhe angemessen, zum großen Teil schon verwertet.
  • Die N-Mineralisierung hat wegen den niedrigen Bodentemperaturen noch nicht oder nur geringfügig eingesetzt.
  • Die Bestände gehen durch die kalte Witterung nur zögerlich ins Schossen, jedoch sind diese ausreichend bestockt. Bei hohen Bestandesdichten deutlich über 800 Trieben/m² empfiehlt es sich, die Schossergabe bis EC 31 zu schieben, um die Bestände auf eine standortangepasste Triebzahl zu reduzieren und Dürrestress bei möglichen Trockenperioden vorzubeugen.

Für die Flächen Büches 1, Bingenheim und Melbach wird eine Empfehlung von 60 kg N/ha ausgesprochen. Trotz des geringeren Bedarfswertes von Büches 1 und Melbach sollten 60 N gedüngt werden, um eine sichere Verwertung im Falle späterer Trockenheit sicherzustellen. Aufgrund höherer Andüngung wird für die Fläche Grund-Schwalheim nur eine Schossergabe nach Messung (30 kg N/ha) empfohlen.

Ist eine Schwefeldüngung zur 1. Gabe nicht schon erfolgt, sollte hier schnellstmöglich die Schwefelversorgung von 20-30 kg S/ha zu Weizen sichergestellt werden.

 

+++ Stand 01.04.2021: +++

Am 01.04. wurden die ersten N-Testermessungen durchgeführt. Ein Großteil der Bestände war jedoch für eine aussagekräftige Messung hier noch nicht ausreichend weit entwickelt, sodass eine Interpretation zu diesem Zeitpunkt n