Aktueller Stickstoff-Bedarf

 

N-Monitoring - Winterweizen

Im Rahmen der WRRL-Beratung im Wetteraukreis werden jährlich auf verschiedenen Standorten N-Monitoring-Flächen angelegt. Auf diesen Flächen werden über die gesamte Vegetationsperiode unterschiedliche vegetationsbegleitende Maßnahmen wie z. B.Chlorophyll-Messungen mit dem Yara N-Tester und Pflanzenschnitte zur Analyse des momentanen Stickstoff- und Schwefel-Versorgung durchgeführt. Mithilfe der vegetationsbgleitenden Maßnahmen soll die Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden und aus der organischen Düngung der Vorjahre abgeschätzt werden und auf andere Flächen übertragen werden, um so die Stickstoff-Düngung zu optimieren.

Die wöchentlichen Ergebnisse der vegetationsbegleitenden Maßnahmen finden Sie untenstehend.

+++ Stand 28.05.2020 +++

Auch eine Woche später zeigen alle Bestände keinen N-Bedarf. Auf zwei Standorten befinden sich die Bestände bereits in der Mitte der Blüte bis Vollblüte, auf drei Standorten ist die Ähre bis etwa zur Hälfte aus der Blattscheide geschoben. Der Bestand in Melbach, der sich bereits in Vollblüte befindet, weist Lagertendenzen auf. Die Halme sind insgesamt sehr dünn und lang und knicken leicht um. Die Lagerneigung der Sorte Nemo wird in der Sortenbeschreibung als mittel eingestuft, während die Lagerneigung der Sorte Reform geringer eingestuft ist. Dies zeigt sich auch auf den restlichen Beständen. Sie besitzen eine kräftigere Halmbasis und haben kürzere Halme.

Folgende Entwicklungsstadien und N-Bedarfe wurden bei der wöchentlichen Bonitierung ermittelt (vgl. Grafik):

  • Fläche Wohnbach: Sorte Reform, Saat 26.10., EC 55, N-Bedarf nach N-Tester 0 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 1: Sorte Reform, Saat 23.10., EC 55, N-Bedarf nach N-Tester 0 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 2: Reform, Saat 15.10., EC 65, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha
  • Fläche Melbach: Nemo, Saat 10.10., EC 69, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha
  • Fläche Berstadt: Reform, Saat 15.10., EC 55, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha

Die Messungen zeigen, dass der Bedarf einer Blütengabe derzeit nicht gegeben ist. Die Gefahr der Nichtverwertung von N-Gaben in die Blüte ist sehr hoch und wird deshalb seitens der Wasserschutzberatung nicht empfohlen. Gerne bieten wir Ihnen N-Tester-Messungen in der Blüte an, wenn Sie Zweifel an dieser Empfehlung haben.

 

+++ Stand 22.05.2020 +++

Die Bestände zeigten sich eine Woche später weiterhin gut entwickelt und kräftig. Auf allen Flächen wurde kein N-Bedarf gemessen. Auch der vormals schlechter entwickelte Bestand in Wohnbach zeigte sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich größer und dunkler.

Folgende Entwicklungsstadien und N-Bedarfe wurden bei der wöchentlichen Bonitierung ermittelt (vgl. Grafik):

  • Fläche Wohnbach: Sorte Reform, Saat 26.10., EC 47, N-Bedarf nach N-Tester 0 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 1: Sorte Reform, Saat 23.10., EC 47, N-Bedarf nach N-Tester 0 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 2: Reform, Saat 15.10., EC 55/59, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha
  • Fläche Melbach: Nemo, Saat 10.10., EC 61/65, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha
  • Fläche Berstadt: Reform, Saat 15.10., EC 45/47, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha

Die Unterschiede in der Entwicklung sind nun deutlicher zu erkennen als in den Vorwochen. Während der früh gesäte Grannenweizen Nemo in Melbach bereits blüht, öffnet sich in den meisten anderen Beständen erst die Blattscheide.

Die Spätgabe sollte in den meisten Beständen nun gefallen sein. Sollten Sie bei spät gesäten Beständen noch Bedarf an einer N-Tester-Messung haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen!

 

+++ Stand 14.05.2020 +++

Die weiterhin guten N-Mineralisationsbedingungen durch erneute Niederschläge, nur gering gebremst durch rückläufige Bodentemperaturen während der Eisheiligen, bedingten einen weiteren Rückgang der N-Bedarfe, sodass nun auf allen Flächen der Messreihe kein N-Bedarf festgestellt werden konnte.

Folgende Entwicklungsstadien und N-Bedarfe wurden bei der wöchentlichen Bonitierung ermittelt (vgl. Grafik):

  • Fläche Wohnbach: Sorte Reform, Saat 26.10., EC 37, N-Bedarf nach N-Tester 0 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 1: Sorte Reform, Saat 23.10., EC 37/39, N-Bedarf nach N-Tester 0 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 2: Reform, Saat 15.10., EC 45/51, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha
  • Fläche Melbach: Nemo, Saat 10.10., EC 51, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha
  • Fläche Berstadt: Reform, Saat 15.10., EC 37/39, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha

Damit sanken die N-Bedarfe auch auf den bisher schlechter versorgten Standorten Wohnbach und Wölfersheim 2. Insbesondere am Standort Wohnbach, wo sich der Bestand vormals gedrungen und aufgehellt zeigte, war ein deutlicher Wachstumssprung und eine Nachdunkelung sichtbar. Die Ergebnisse decken sich auch mit den N-Tester-Messungen der letzten Tage im gesamten Beratungsgebiet. Verbreitet wurden nur geringe bis gar keine N-Bedarfe gemessen.

N-Düngungen sollten an diese aktuelle Entwicklung angepasst werden. Maximal sollten jetzt die nach den N-Düngeempfehlungen der Wasserschutzberatung noch offenen N-Mengen gedüngt werden, bei schwachen Beständen < 450 Tr/m2 sollte die Spätgabe aber nochmals reduziert werden.

Vor dem Hintergrund der Gefahr der unzureichenden Verwertung der Spätgabe durch Trockenheit (potenzielle Gefahr hoher Herbst-Nmin-Werte), sollte die Düngung unbedingt um EC 37/39 fallen. Sollten Sie noch Bedarf an einer N-Tester-Messung haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen!

 

+++ Stand 07.05.2020 +++

Wie in der vergangenen Woche bereits vermutet, hatten die Niederschläge ab dem 28.04. bis zum 04.05. sowohl in der nördlichen Wetterau (LLH Station Butzbach: 23 mm), aber auch im tendenziell trockeneren Süden (LLH Station Ober-Erlenbach 23 mm) für eine Entspannung der Situation gesorgt. Die zweite Düngegabe wurde nun erst vollständig verfügbar und Bodentemperaturen um 12-14 °C führten zu weiter steigender N-Nachlieferung aus Boden, org. Düngern und Ernteresten. Die Winterweizenbestände zeigten so, mit wenigen Ausnahmen, eine zügige Entwicklung.

Folgende Entwicklungsstadien und N-Bedarfe wurden bei. der wöchentlichen Bonitierung ermittelt (vgl. Grafik):

  • Fläche Wohnbach: Sorte Reform, Saat 26.10., EC 33/37, N-Bedarf nach N-Tester 40 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 1: Sorte Reform, Saat 23.10., EC 37, N-Bedarf nach N-Tester 0 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 2: Reform, Saat 15.10., EC 37, N-Bedarf nach N-Tester: 30 kg N/ha
  • Fläche Melbach: Nemo, Saat 10.10., EC 39/45, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha
  • Fläche Berstadt: Reform, Saat 15.10., EC 37/39, N-Bedarf nach N-Tester: 0 kg N/ha

Die oben beschriebene, verbesserte Wasser- und Nährstoffsituation führte nochmals zu einem deutlich erkennbaren Rückgang des mittels N-Tester gemessenen N-Bedarfs. Dieser lag bei den Flächen Berstadt, Melbach und Wölfersheim 1 sogar bei 0 kg N/ha, die Flächen Wölfersheim 2 und Wohnbach zeigten einen geringen bis mittleren Bedarf (30 bzw. 40 kg N/ha). Begründet wird der Bedarf, insbesondere bei der Fläche Wohnbach, durch die bereits in den Vorwochen beschriebenen Faktoren. Nach später Saat erfolgte eine Andüngung Ende März zu spät und ohne Nitratstickstoff. Die Anfang April wirkenden Stressfaktoren (Trockenheit, UV-Strahlung, Temperaturschwankungen etc.) wirkten andauernder und stärker als bei den Vergleichsflächen und führen bis heute zu Aufhellungen. Auch zeigt sich der Bestand zu dünn. Ebenso minderte der verschlämmungsbedingte reduzierte Gastaustausch auf dieser Fläche erheblich die Bodennachlieferung und vermindert zudem die gesamte Nährstoffversorgung. Deutlich wird dies besonders an Stellen, wo durch Fahrspuren die Verkrustung aufriss, die Pflanzen sind hier deutlich vitaler und dunkler.

Insbesondere durch die Niederschläge vom 10. und 11.05. und die vorausgesagte Wiedererwärmung im Laufe der Woche werden die N-Bedarfe nochmals weiter zurück gehen. Geplante Abschlussdüngungen sollten somit nochmals geprüft und ggf. reduziert werden. Seit dem 07.05. finden N-Tester-Messungen zur Bemessung der Spätgabe statt. Setzen auch Sie sich aktiv mit uns in Verbindung und fordern eine Messung auf Ihrem Betrieb an!

 

+++ Stand 30.04.2020 +++

Am 28.04.20 führte ein vorrübergehender Wetterwechsel nach der nahezu sechswöchigen Trockenheit zu den lang erwartenden Niederschlägen. Verbunden mit feucht-milder, strahlungsarmer Witterung bei gleichermaßen milden Nächten werden auch die übrigen bisherigen Stressfaktoren wie Temperaturschwankungen, Strahlungsintensität etc. deutlich reduziert.

Die Feuchtigkeit und weiterhin kontinuierliche Bodentemperaturen um 12-14 °C führten zu einer weiter steigenden N-Nachlieferung aus Boden, org. Düngern und Ernteresten. Ferner haben die bisherigen Niederschläge nochmals erheblich die N-Düngewirkung der schon gefallenen 2. Gabe (ggf. sogar noch Teile der 1. Gabe) gefördert. Die noch bis Sonntag zu erwartenden Niederschläge werden dies noch verstärken.

Folgende Entwicklungsstadien und N-Bedarfe wurden bei. der wöchentlichen Bonitierung ermittelt (vgl. Grafik):

  • Fläche Wohnbach: Sorte Reform, Saat 26.10., EC 32, N-Bedarf nach N-Tester 80 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 1: Sorte Reform, Saat 23.10., EC 33, N-Bedarf nach N-Tester 40 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 2: Reform, Saat 15.10., EC 33, N-Bedarf nach N-Tester: 40 kg N/ha
  • Fläche Melbach: Nemo, Saat 10.10., EC 34, N-Bedarf nach N-Tester: 50 kg N/ha
  • Fläche Berstadt: Reform, Saat 15.10., EC 33, N-Bedarf nach N-Tester: 30 kg N/ha

Zwar ergibt sich auf den N-Tester-Flächen, mit Ausnahme der Flächen Berstadt und Melbach noch einen erkennbaren N-Düngebedarf, doch wird bei Betrachtung der Grafik deutlich, dass der Bedarf im Vergleich zur Vorwoche extrem rückläufig ist.

Durch die geschilderten Rahmenbedingungen ging der Düngebedarf gerade bei den Flächen Wölfersheim 1 und 2 nochmals deutlich zurück. Bei weiterer Nachlieferung ist ein nochmaliger Rückgang zu erwarten. Einen geringfügigen Anstieg des N-Bedarfs zeigen die Flächen mit dem bislang geringsten N-Bedarf, Melbach und Berstadt. Die Zunahme ist minimal und vermutlich durch den gegenüber der vorgenannten Flächen Entwicklungsvorsprung bzw. stärkeres Massewachstum begründet. Auch hier kann bei weiterer N-Nachlieferung nochmals ein Rückgang des N-Bedarfs erwartet werden. Lediglich die Fläche Wohnbach zeigt weiterhin einen stark erhöhten Bedarf und einen schwachen Bestand. Trotz hoher Standortgüte konnte der von Beginn an schwach entwickelte Bestand seinen Rückstand nicht kompensieren. Die bereits beschriebenen schwierigen Wachstumsbedingungen des Frühjahres sind auch hier wieder als Mit-Ursache zu nennen, aber auch eine unangepasste N-Düngestrategie. So sollten schwache Bestände mit geringem Nmin-Wert frühzeitig mit Nitratstickstoff und Schwefel versorgt werden. Eine Piamon-Düngung in der letzten Märzdekade stellte nicht rechtzeitig eine ausreichende Nährstoffversorgung sicher, um eine ausreichende Bestockung zu erreichen.

Trotz der verbesserten Nährstoffverfügbarkeit und kontinuierlichem Wachstum zeigen alle Monitoringflächen Verbraunungen der ältesten Blätter sowie unterentwickelte oder reduzierte Seitentriebe. Weitere Bestandesauszählungen in der kommenden Woche sollen helfen, mögliche Ertragsminderungen zu quantifizieren.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die Niederschläge in den nächsten Wochen/Monaten noch mit erheblichen N-Nachlieferungen zu rechnen ist. Diese und mögliche Minderungen der Ertragserwartung gilt es bei der Bemessung der Abschlussgabe zu berücksichtigen und die Spätgaben entsprechend anzupassen.

 

+++ Stand 24.04.2020 +++

Trotz der anhaltenden Trockenheit zeigen die Bestände bei noch ausreichender Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten weitere Entwicklungsschritte. Folgende Entwicklungsstadien und N-Bedarfswerte wurden bei. der wöchentlichen Bonitierung ermittelt:

  • Fläche Wohnbach: Sorte Reform, Saat 26.10., EC 31, N-Bedarf nach N-Tester 90 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 1: Sorte Reform, Saat 23.10., EC 32, N-Bedarf nach N-Tester 80 kg N/ha
  • Fläche Wölfersheim 2: Sorte Reform, Saat 15.10., EC 32, N-Bedarf nach N-Tester: 60 kg N/ha
  • Fläche Melbach: Sorte Nemo, Saat 10.10., EC 32/33, N-Bedarf nach N-Tester: 40 kg N/ha
  • Fläche Berstadt: Sorte Reform, Saat 15.10., EC 32, N-Bedarf nach N-Tester: 20 kg N/ha

Zwar ergibt sich auf den N-Tester-Flächen, mit Ausnahme der Flächen Berstadt und Melbach noch einen erkennbaren N-Düngebedarf, doch wird bei Betrachtung der Grafik deutlich, dass der Bedarf im Vergleich zur Vorwoche extrem rückläufig ist.

Als zentraler Faktor für die rückläufigen N-Bedarfe ist sicher die Bodenerwärmung (bei noch ausreichender Restfeuchte) zu nennen, welche erst ab dem 17.04. länger ein Niveau von > 12°C erreichte. Der Wärmeeffekt wurde durch die geringe, aber klar nennenswerte Niederschlagsmenge von 1,2 l am 18.04. (LLH Standort Nieder-Weisel) verstärkt. Die 1-2 Wochen zurückliegenden Schossergaben wurden durch die Niedersachläge erstmals bzw. etwas besser verfügbar, Wärme und Feuchtigkeit führten zudem zu einer zunehmenden N-Nachlieferung aus Boden und möglichen organischen Düngern. Wie wichtig die Kombination von (auch nur geringem) Niederschlag und dauerhaft zunehmenden Bodentemperaturen ist, zeigt der nur kurzzeitige Anstieg der Bodentemperatur um den 10.04. Der Anstieg allein bewirkte keinen Rückgang der N-Bedarfe am 17.04. Selbst die Fläche Melbach (Schossergabe bereits am 04.04. mit 72 kg N/ha über AHL) zeigte, wahrscheinlich aufgrund der nachfolgenden Abkühlung sowie der trockenheitsbedingten Nichtverwertung der AHL-Gabe, zur Messung am 17.04. ebenfalls einen Wiederanstieg des N-Bedarfs gegenüber der Vorwoche.

Bei allen genannten Flächen ist in der kommenden Woche, insbesondere wenn sich die angekündigten Niederschläge bewahrheiten, nochmals mit einem deutlichen Rückgang der N-Bedarfe zu rechnen (Weitere Verwertung der bisherigen N-Düngung sowie weitere Nachlieferung Boden, Organik). Lediglich Flächen mit einer Frühjahrs-Herbizidmaßnahme mit Sulfonylharnstoff können durch Aufhellungen noch weiterhin einen erhöhten Bedarf zeigen. Dies wird anhand der Flächen Melbach und Wölfersheim 1+2 deutlich.

 

+++ Stand 17.04.2020 +++

Das Wachstum der Flächen war in der vergangenen Woche verhalten bis gut. Die Bestände sind nun vollständig im Schossen. Auch die relativ spät gesäte Fläche Wohnbach ist nun klar in EC 30, die übrigen Flächen in EC 31 und die Fläche Melbach hat bereits EC 32 erreicht. Die Trockenheit und die übrigen genannten Faktoren (UV-Strahlung, mögliche Reaktionen auf Herbizid-/Wachstumsregler-Maßnahmen, AHL-Einsatz etc.) stressen die Bestände weiterhin. Seit der Messung der Vorwoche war bis auf eine geringe Taubildung kein Niederschlag zu verzeichnen. Alle Flächen, bis auf die Fläche Melbach hatten in der vergangenen Woche die Schossergabe erhalten, die Fläche Melbach sogar eine hohe Schossergabe (72 kg N/ha) über AHL bereits am 04.04. Dennoch zeigt keine der Gaben nach N-Tester-Messungen aufgrund der Trockenheit eine erkennbare Wirkung. Die Ergebnisse der begleitenden Pflanzenschnitte werden nächste Woche nachgereicht.

Bei allen Monitoringflächen, bis auf die Fläche Berstadt, zeigen die N-Tester-Messungen einen unverändert hohen, z. T. sogar leichten Anstieg des N-Bedarfs. Dies ist zu Einen durch den tatsächlich klaren N-Bedarf bei ausbleibender N-Düngewirkung und nur langsam beginnender N-Nachlieferung begründet, zum Anderen ist ein Teil der gemessenen Aufhellungen der Pflanzen, wie schon in der Vorwoche, durch die genannten Stressfaktoren begründet. Lediglich die Flächen Berstadt zeigt einen unveränderten „nur“ moderaten N-Düngebedarf, trotzdem die Schossergabe sogar erst am 16.04. verabreicht wurde. Dies ist vermutlich weiterhin durch die gute Ausnutzung des relativ hohen Nmin-Wertes begründet, welcher bis 90 cm Tiefe selbst in frühen Entwicklungsstadien wirksam ist.

 

+++ Stand 14.04.2020 +++

Rückblick Witterung bis Anfang April

Die überdurchschnittlichen Niederschläge seit Oktober 2019 füllten die Bodenwasserspeicher erfreulicherweise bis Ende Februar nahezu im gesamten Beratungsgebietes vollständig auf. Leider bewirkten die Niederschläge auch eine Verlagerung der Herbst-Nmin-Werte, woraus im Allgemeinen leicht unterdurchschnittliche Frühjahres-Nmin-Werte in 0 bis 90 cm resultierten. Im Falle vorangegangener deutlich erhöhter Herbst-Nmin-Werte 2019 waren jedoch auch im Frühjahr 2020 erhöhte Frühjahrs-Nmin-Werte anzutreffen! Die Getreidebestände hatten sich im Herbst und über den milden Winter gut entwickelt und zeigten Ende Februar 2020 bei weiter milden Temperaturen mit neuen Kronenwurzeln und Bestockungstätigkeit bereits den Wachstumsbeginn an. Fielen bis Mitte März z. B. an der Station Butzbach Nieder-Weisel des LLH noch gut 30 mm Niederschlag, setzte hiernach wetterauweit die Trockenheit ein. Gleichzeitig häuften sich in der letzten Märzdekade bis in den April wieder die Frostnächte bzw. Wechselfröste, die UV-Strahlung nahm bei kaltem Wind deutlich zu. N-Startgaben, welche aufgrund der schlechten Befahrbarkeit der Flächen meist erst ab Mitte März verabreicht werden konnten, sind bis Mitte April oftmals nur teilweise verwertet.

Bestände zeigen zum Schossen N-Bedarf – korrekte Interpretation der N-Tester-Messungen wichtig

Um die Entwicklung des N-Bedarfs von Winterweizen-Beständen kontinuierlich über die N-Düngeperiode zu verfolgen, wurden in der Beratungs-Region Wetterau Nord fünf Monitoringflächen an Standorten mit Stoppelweizen eingerichtet (Abb 1). Die Frühjahres-Nmin-Werte der Flächen schwankten zwischen 35 und 60 kg N/ha, nur eine Fläche in Berstadt lag bei 85 kg N/ha. Saattermine wurden zwischen dem 10. und 15. Oktober bzw. bei der Fläche Wohnbach am 26.10. angegeben.

Durch eine regelmäßige N-Bedarfsanalyse mit Yara N-Tester-Messungen und ergänzenden Nitratbestimmungen im Pflanzenpresssaft können insbesondere der Beginn und Höhe des N-Bedarfs bei der Anschlussdüngung sowie Zeitpunkt und Höhe der N-Nachlieferung aus Boden und ggf. der org. Dünger abgeleitet werden.

Erste Vormessungen mit dem N-Tester wurden am 26.03. und 02.04. vorgenommen. Die Bestände waren jedoch für eine aussagekräftige Messung hier noch nicht ausreichend weit entwickelt, sodass sie nicht aussagekräftig interpretiert werden können.

Am 09.04. befanden sich alle Monitoringflächen, bis auf die Fläche Wohnbach, erstmals sicher EC 30 bzw. die Fläche Melbach in EC 31, sodass eine N-Bedarfs-Messung mit sortenspezifischen Korrekturwerten möglich war. Die Bedarfswerte zeigten sich alle leicht bis deutlich erhöht (70 bis 90 kg N/ha). Die spät gesäte Fläche in Wohnbach (26.10.) mit dem gleichzeitig geringsten Nmin-Wert (35 kg N/ha) zeigte sogar einen N-Bedarfswert von > 100 kg N/ha.

Die erhöhten Bedarfswerte sind zunächst durch die gegebene Stickstoffversorgungssituation begründet. Diese kann wie folgt skizziert werden:

  • Alle Flächen, bis auf die Fläche Berstadt (85 kg N/ha), zeigten geringe bis moderate Frühjahres-Nmin-Werte (35 bis 60 kg N/ha) und wurden relativ verhalten Mitte März mit 50 bis 55 kg N/ha angedüngt (AHL+S). Die Fläche in Berstadt erhielt zum gleichen Zeitpunkt eine Gärrestandüngung in der Höhe von 40 kg NH4-N/ha. Nur die Fläche Wohnbach wurde erst am 21.03. mit 66 kg N/ha (Piamon) angedüngt.
  • Die Start-Düngegaben in der Beratungsregionen, welche nach Flächenbefahrbarkeit der Mitte März ausgebracht wurden, sind aufgrund der Trockenheit und in Abhängigkeit von der Düngeform bislang nur in Teilen pflanzenverfügbar.
  • Die N-Nachlieferung aus Boden, Vorfrüchten, org. Düngern etc. hatte trotz langsam steigender Bodentemperaturen bis zum 15.04. nicht oder nur geringfügig eigensetzt.

Vor diesem Hintergrund bilden die N-Tester-Messungen den gegebenen deutlichen N-Bedarf der Kulturen tendenziell korrekt ab. Auch die begleitenden Presssaft-Messungen der Monitoringflächen (Wölfersheim 570 bis 600 ppm, Wohnbach 400 ppm) bestätigen den deutlichen N-Bedarf.

Zusätzlich ist es bei der Ableitung des N-Düngebedarfs nach N-Tester-Messung jedoch sehr wichtig, die zusätzliche Wirkung der oben bereits genannten Stressfaktoren (Frost, Trockenheit, UV-Strahlung, PSM-Maßnahmen etc.) zu berücksichtigen, d. h. die N-Tester-Messung in gewisser Weise zu korrigieren. Im Fall der genannten Monitoringflächen muss der Messwert unter Einbeziehung von Nmin, Ertragserwartung, späterer Nachlieferung aus Boden, Organik etc. somit um 20 bis 30 kg N/ha reduziert werden. Hieraus ergibt sich für die Flächen eine schossbetonte Schossergaben-Empfehlung im Bereich von 50 bis 70 kg N/ha.