Aktueller Stickstoff-Bedarf

 

N-Monitoring - Winterweizen

Im Rahmen der WRRL-Beratung im Wetteraukreis werden jährlich auf verschiedenen Standorten N-Monitoring-Flächen angelegt. Auf diesen Flächen werden mit Beginn des Schossens über die gesamte Vegetationsperiode wöchentlich Chlorophyll-Messungen mit dem Yara N-Tester durchgeführt, um den aktuellen N-Bedarf zu quantifizieren und Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden und aus der organischen Düngung der Vorjahre abzuschätzen. Bei der bedarfsgerechten N-Düngung kann Stickstoff eingespart werden und unnötige Umweltbelastungen werden vermieden.

Die wöchentlichen Ergebnisse der vegetationsbegleitenden Maßnahmen finden Sie untenstehend.

Ergebnisse N-Monitoring Winterweizen

Abb. 1: Entwicklung N-Bedarf Winterweizen nach N-Tester-Messung

+++ Stand 17.06.2021: +++

In dieser Woche befanden sich alle Bestände in oder am Ende der Blüte. Mit dem Ansteigen der Temperaturen auf über 30°C über mehrere Tage kann dies zu Problemen bei der Befruchtung des Weizens führen. Es bleibt abzuwarten wie sich diese Witterung in der kritischen Phase der Blüte auf die Erträge auswirkt.

Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 69, N-Bedarf 0 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 69, N-Bedarf 40 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 69, N-Bedarf 0 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 65-69, N-Bedarf 0 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 65-69, N-Bedarf 20 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 69, N-Bedarf 20 kg N/ha

Nachdem in der vergangenen Woche die N-Bedarfe an allen Standorten zurückgingen, setzte sich der Trend auch in dieser Woche fort. So zeigte sich lediglich in Bingenheim noch ein erhöhter N-Bedarf von 40 kg N/ha, der weiterhin mit nicht-parasitären Blattflecken erklärt wird (s. Vorwoche). Alle anderen Standorte zeigten nur sehr geringen bis keinen N-Bedarf, erstmals auch die Flächen in Büches. Die aktuellen Triebauszählungen ährentragende Halme/m² finden Sie in Tab. 1.

Die Messreihe zeigte in diesem Jahr eindrücklich wie stark die Wirkung von N-Düngern, und zwar auch Mineraldüngern, von ausreichender Bodentemperatur und -feuchte abhängt. Der kälteste April in Hessen seit 44 Jahren sowie der kälteste Mai in Hessen seit 10 Jahren (DWD) verursachte einen Wachstumsstopp. In Kombination mit dem Einsatz von Herbiziden und Wachstumsregelern sorgte dies für Stresssymptome, verzögertes Wachstum und unspezifische Aufhellungen, z. T. bis in den Juni anhaltend. Die zweite N-Gabe blieb lange ungelöst oder wurde nur unvollständig aufgenommen und erst mit dem Einsetzen von Bodentemperaturen > 10°C ab dem 10. Mai änderte sich dies - ca. einen Monat später als im Vorjahr.

Die Chlorophyll-Messreihe endet in dieser Woche. Wir bedanken uns für Ihr Interesse. Verfolgen Sie nun auch unser N-Monitoring im Mais!

 

+++ Stand 10.06.2021: +++

Die Bestände befinden sich nun überwiegend in der Blüte, lediglich die spät gesäten Zuckerrüben-Weizen in Büches haben dieses Stadium noch nicht erreicht. An drei Standorten wurden im Bestand nicht-parasitäre Blattflecken auf den oberen Blättern festgestellt, die durch Stress, bspw. starke Witterungsschwankungen, aber auch PSM-Einsatz ausgelöst werden können. Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Wasserversorgung der Bestände gesichert, derzeit liegt die Feldkapazität verbreitet bei entspannten 50-80% nFK (zum Bodenfeuchteviewer des DWD).

Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 61, N-Bedarf 0 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 59-61, N-Bedarf 50 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 59-61, N-Bedarf 0 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 55-59, N-Bedarf 40 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 55-59, N-Bedarf 50 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 59-61, N-Bedarf 20 kg N/ha

Die N-Bedarfe haben sich nach der Abschlussgabe und feucht-warmer Witterung auf allen Standorten gegenüber der Vorwoche nach unten entwickelt. Für den Standort Bingenheim wird ein weiteres Absinken des N-Bedarfs in der kommenden Woche prognostiziert. An den Standorten in Büches wird der weiterhin gemessene N-Bedarf, der zwar geringer ausfällt als in der Vorwoche, durch Überlagerungen von S-Mangel und Witterung und PSM erklärt. Alle weiteren Standorte zeigen keinen oder nur sehr geringen N-Bedarf. Insgesamt ist kein weiteres Handeln mehr notwendig.

 

+++ Stand 04.06.2021: +++

Die letzte Woche war durch weiter ansteigende Temperaturen sowie vereinzelte Niederschläge geprägt. Bei anhaltender N-Nachlieferung aus Boden, ggf. org. Düngern und Vorfrucht entwickelten sich die Bestände der Monitoringflächen nochmals deutlich und begannen mit dem Ährenschieben, bzw. haben diese bereits geschoben.

Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 59, N-Bedarf 0 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 59, N-Bedarf 60 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 54, N-Bedarf 40 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 51, N-Bedarf 80 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 51, N-Bedarf 70 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 53, N-Bedarf 50 kg N/ha

Die N-Bedarfe zeigen zur Messung am 04.06.2021 teilweise eine unerwartete Entwicklung.

Am Standort Grund-Schwalheim wurde die Abschlussgabe von 30 kg N/ha in der letzten Woche verabreicht. Es wird weiter kein N-Bedarf gemessen.

Am Standort Ober-Erlenbach fand bereits am 21.05.2021 nach Empfehlung eine geringe Spätgabe in Höhe von 30 kg N/ha mit KAS statt. Diese spiegelt sich zurzeit noch nicht in einem abnehmenden N-Bedarf wider. Der nochmalige Bedarfsanstieg gegenüber der Vorwoche kann durch die kombinierte Herbizid-/Fungizidmaßnahme am 28.05.2021 begründet sein. Eine weitere N-Düngung wird nicht empfohlen.

Am Standort Melbach erfolgte am 01.06.2021 die Spätgabe mit 40 kg N/ha. Es scheint jedoch noch keine weitreichende Verwertung gegeben zu haben, der N-Bedarf sank gegenüber der Vorwoche nur leicht. Am Standort Bingenheim stieg der Bedarf nach Spätgabe am 02.06.2021 sogar nochmals deutlich an. Auch hier kann angenommen werden, dass die verabreichte Spätgabe von 40 kg N/ha noch keine Wirkung zeigt, der N-Bedarf sollte in den nächsten Tagen wieder zurückgehen.

Büches 1 und Büches 2 erhielten ebenfalls am 01.06.2021 eine Abschlussdüngung in Höhe von 60 kg N/ha über KAS. Auch hier gelangte bis zur aktuellen Messung vermutlich nur ein geringer Teil des KAS-Düngers zur Wirkung, sodass der Bedarf gegenüber der Vorwoche sogar nochmals anstieg. Es bleibt abzuwarten, wann der N-Bedarf dauerhaft sinkt, da beide Flächen trotz angemessener N-Düngung bereits seit Wochen einen nicht nachvollziehbar hohen N-Bedarf zeigten. Mögliche Gründe (Witterung, Pflanzenschutz, S-Mangel) wurden in den Vorwochen beschrieben (s. frühere Beschreibungen).

 

+++ Stand 27.05.2021: +++

Die milde Witterung der letzten Woche und anhaltende Bodenfeuchtigkeit förderte bei nun andauernder N-Nachlieferung aus Boden, ggf. org. Düngern und Vorfrucht die Entwicklung der Bestände. Auch weiterhin waren keine Infektionen erkennbar.

Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 43-45, N-Bedarf 0 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 43, N-Bedarf 20 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 39, N-Bedarf 50 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 37/39, N-Bedarf 50 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 37/39, N-Bedarf 50 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 39, N-Bedarf 30 kg N/ha

Die N-Bedarfe sind in Folge der in diesem Jahr späten, aber nun anhaltenden N-Bodennachlieferung überwiegend gesunken oder befinden sich in etwa auf dem Niveau der Vorwochen. Am Standort Ober-Erlenbach fand bereits am 21.05. nach Empfehlung eine geringe Spätgabe in Höhe von 30 kg N/ha mit KAS statt. Dies spiegelt sich zurzeit noch nicht in abnehmendem N-Bedarf wider, was sich aber in den nächsten Tagen ändern sollte.

Für den Standort Grund-Schwalheim wird aufgrund des zurzeit nicht vorhandenen N-Bedarfs und der bereits verabreichten hohen N-Düngemenge nun baldmöglichst eine geringe Abschlussgabe in Höhe von 20 bis 30 kg N/ha über AHL empfohlen. Am Standort Bingenheim wurde ein geringer Bedarf von 20 kg N/ha gemessen, aus der Kontrollberechnung der N-Düngeempfehlung über den erweiterten Bilanzansatz wird jedoch eine mögliche Abschlussgabe von 40 kg N/ha abgeleitet, diese wird auch empfohlen.

Die Standorte Melbach, Büches 1 und Büches 2 zeigen aus den genannten Gründen (s. frühere Beschreibungen) noch einen höheren Bedarf. Auch die Kontrollberechnung der N-Düngeempfehlung über den erweiterten Bilanzansatz, welcher bei jeder N-Tester-Messung erfolgt, ergibt die Option einer leicht erhöhten Spätgabe. Für die Monitoringflächen in Büches wird deshalb eine Abschlussgabe in Höhe von 50-60 kg N/ha empfohlen. Für die Monitoringfläche in Melbach sollten bei der Abschlussgabe 50 kg N/ha nicht überschritten werden.

Grundsätzlich – Spätgabe soll nun zeitnah erfolgen! Zwar ist die Entwicklung der Bestände gegenüber den Normaljahren bei einigen Beständen noch 1-2 Wochen zurück, dennoch sollte die Spätgabe, wenn nicht bereits geschehen, unbedingt unverzüglich erfolgen, um die Verwertung und damit die N-Effizienz zu optimieren. Dabei muss immer die Gesamtdüngemenge laut N-Düngeempfehlung im Blick behalten werden. Gerade zur Abschlussgabe besteht die Möglichkeit Stickstoff einzusparen. Nutzen Sie diese Möglichkeit und vereinbaren Sie gerne einen Termin zur N-Tester-Messung!

 

+++ Stand 20.05.2021: +++

Nachdem die Bodentemperaturen seit dem letzten Messtermin (vor Himmelfahrt) nun dauerhaft über 12°C lagen und aus dem Winter sowie durch die Niederschläge der vergangenen Wochen ausreichend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist, haben sich die Bestände sprunghaft entwickelt und zeigen sich überwiegend in einem sehr guten Zustand. Trotz der feuchten Witterung waren zum Zeitpunkt der Messung in allen Beständen noch keine Infektionen sichtbar.

Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 37-43, N-Bedarf 20 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 37/39, N-Bedarf 20 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 37/39, N-Bedarf 40 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 37, N-Bedarf 60 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 37, N-Bedarf 70 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 37/39, N-Bedarf 20 kg N/ha

Auf den Schlägen in Bingenheim, Grund-Schwalheim und Ober-Erlenbach zeigte sich das Einsetzen der N-Nachlieferung aus dem Boden mit Ansteigen der Bodentemperatur ab dem 09.05. sehr eindrücklich. Insbesondere am Standort Bingenheim, der zudem regelmäßig organisch gedüngt wird, fiel der Effekt sehr hoch aus und der N-Bedarf verringerte sich im Vergleich zur Vorwoche um 60 kg N/ha.

Am Standort Melbach konnte zur Vorwoche keine Änderung festgestellt werden. Der Bestand zeigte sich jedoch sehr wüchsig, was den unveränderten Bedarf zur Vorwoche erklärt. Die Spätgabe kann hier gemäß des gemessenen N-Bedarfs im Bereich 40 bis 50 kg N/ha erfolgen.

Die beiden Zuckerrüben-Weizen in Büches lagen in der Entwicklung erwartungsgemäß am weitesten zurück und befanden sich zum Zeitpunkt der Messung in EC 37. Verglichen mit den anderen Standorten zeigten sie sich weiterhin schwach. Auch die Werte der N-Tester-Messung waren erhöht, was bei der Fläche Büches 1 jedoch weiterhin auch auf einen nachgewiesenen S-Mangel zurückzuführen ist.

Fazit: Da auf allen Standorten mind. EC 37 erreicht ist, sollte die Abschlussgabe nun zeitnah erfolgen. Eine frühe Abschlussgabe erhöht die Wirkungssicherheit und erhöht damit die N-Effizienz. Zu späte Spätgaben können oft nicht vollständig verwertet werden, da bspw. das Wasser zur Umsetzung fehlt oder die Umsetzung des gedüngten Stickstoffs zu lange dauert, die Aufnahmerate an Stickstoff jedoch immer weiter abnimmt. Wichtig für eine sichere Verwertung der Spätgabe ist die Wahl eines schnellwirksamen Düngers, d.h. mit einem möglichst hohen Nitratanteil. Keinesfalls sollten stabilisierte N-Dünger (Alzon, RMD-Sulfat Schleppschlauch etc.) zur Spätgabe gedüngt bzw. 2. und 3. Gabe zusammengefasst werden! Durch zu hohe N-Gesamtmengen und/oder verzögerte N-Freisetzung können sie u.a. zu hohen Rest-Nmin-Werten im Herbst führen.

 

+++ Stand 11.05.2021: +++

Nach dem kalten Maibeginn zeigte das zweite Mai-Wochenende sehr warme Temperaturen, sodass auch die Bodentemperaturen erstmals in diesem Jahr über 12°C stiegen (Tagesmittel 5 cm und 20 cm, LLH Station Butzbach). Bei Begehungen der Monitoringflächen am 11.05. zeigten die Bestände jedoch gegenüber der Vorwoche erneut nur eine moderate Weiterentwicklung, d.h. die Bestände sind gegenüber dem Vorjahr zumeist 1-2 Wochen zurück. Auch der N-Bedarf hat sich nur geringfügig verändert.

Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 33/34, N-Bedarf 50 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 33, N-Bedarf 80 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 33, N-Bedarf 40 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 32, N-Bedarf 70 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 32, N-Bedarf 60 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 33, N-Bedarf 30 kg N/ha

Der N-Bedarf des Bestandes in Grund-Schwalheim stieg gegenüber der Vorwoche überraschend um 30 kg N/ha an. Die Entwicklung ist schwer nachvollziehbar, es wird vermutet, dass gemäß der rel. weiten Entwicklung der bislang gedüngte und pflanzenverfügbare Teil der N-Düngung (s. Tab. 2) bereist umgesetzt und aufgenommen wurde und so tatsächlich der aktuelle Bedarf abgebildet wird. Da noch mit verstärkter Bodennachlieferung zu rechnen ist, wird dieser wohl bald zurückgehen.

In Bingenheim wurde die Schossergabe sehr spät mit 54 kg N/ha am 30.04. gedüngt, um unproduktive Nebentriebe zu reduzieren (siehe Text der Vorwochen). Zum aktuellen Termin ist der noch hohe N-Mangel der Vorwoche unverändert und sollte weiter abnehmen. Eine zusätzliche, ggf. vorgezogene Spätgabe nach N-Tester-Messung ist hier eingeplant.

Im Bestand in Melbach haben sich frühere Aufhellungen (AHL-Düngung und CCC-Einsatz bei kalten Bedingungen) weiter verwachsen. Der N-Bedarf ist gegenüber der Vorwoche unverändert. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei geringem Frühj.-Nmin die bisherige N-Düngung von rund 120 kg N/ha gut verwertet wurde. Die noch nicht ausreichend eingetretene Boden-N-Freisetzung sollte bei Erwärmung im Laufe des Mais den aktuellen Bedarf wieder reduzieren.

Die Standorte Büches 1 und Büches 2 zeigen nach Wochen des Anstiegs des N-Bedarfs einem leichten Rückgang. Wie in den Vorwochen bereits ausgeführt, ging man davon aus, dass die am 05.04. erfolgte Herbizid- und Wachstumsregleranwendung bei kühlen Temperaturen deutlich zur Aufhellung der Bestände führte. Dass die Aufhellungen so lange andauern, ist ungewöhnlich, der Sachverhalt ist jedoch vermutlich auf die in diesem Jahr ungewöhnlich langanhaltende kühle Witterung und den scheinbaren Wachstumsstopp der Bestände zurückzuführen. Bei der Fläche Büches 1 ist zudem ein durch Pflanzenanalyse belegter Schwefelmangel als zusätzlicher Faktor für erhöhte N-Bedarfsmessungen zu berücksichtigen (s. Stand 06.05.2021).

Die CULTAN-Fläche Ober-Erlenbach zeigt, abweichend zur angesprochenen zweiten CULTAN-Fläche Büches 2, die erwartete Entwicklung. Sie ist, wie es eingesetzte Düngeform und Düngerzusammensetzung erwarten lässt, weiterhin relativ gut mit Stickstoff versorgt. Gegenüber der Vorwoche bleib der N-Bedarf unverändert.

Fazit: Der überdurchschnittlich kühle und trockene April sowie der kalte Start in den Mai ließen das Wachstum und auch die N-Aufnahme der Weizenbestände verbreitet stocken, sodass die Bestände bis zum 11.05. meist um 1-2 Wochen gegenüber dem Vorjahr zurück waren. Besonders PS-Maßnahmen im Frühjahr (Herbizid, z.T. Wachstumsregler) bei kühler Witterung stressten die Bestände zusätzlich, z.T. bis zum aktuellen Messtermin. Bei späten Saaten oder bestimmten Sorten können die Auswirkungen stärker auftreten. Im Falle erhöhter N-Bedarfswerte sind diese überwiegend (Büches 1 und 2) durch die genannten Faktoren bestimmt. Auf den Flächen in Büches ergaben Nmin-Schnelltests jedoch in 0-30 cm einen Nmin von rund 20 kg N/ha. D.h. zzgl. des Nmin in 30-60 bzw. bis 90 cm und tiefer steht den Beständen noch ausreichend pflanzenverfügbarer Strickstoff aus den ersten N-Düngegaben zur Verfügung, bis die N-Bodennachlieferung einsetzt.

Die übrigen Flächen, oftmals mit Herbst-Herbizideinsatz, zeigen sich weiter gut versorgt (Grund-Schwalheim, Melbach, Ober-Erlenbach).

Ein Nachlieferungsschub ist bei Bodenerwärmung auf allen Flächen im Laufe des Mais zu erwarten (Lagergefahr). N-Spätgaben sollten nach N-Testermessungen (ab EC 37) entsprechend reduziert werden!

 

+++ Stand 06.05.2021: +++

Die Hoffnung auf moderatere Temperaturen im Mai haben sich leider noch nicht erfüllt. Im Gegenteil sind die Temperaturen seit der letztwöchigen Zustandsbeschreibung sogar wieder deutlich gefallen. Die Situation des kältesten April seit 40 Jahren (Station Frankfurt rund 2°C unter dem Mittel) dauert also auch im Mai an. So fielen auch nochmals die Bodentemperaturen auf ca. 8 °C (Abb. 1).

Die Bestände haben sich gegenüber der Vorwoche nicht, bzw. nur minimal weiterentwickelt. Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 33, N-Bedarf 20 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 32, N-Bedarf 80 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 31/32, N-Bedarf 40 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 31, N-Bedarf 90 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 31, N-Bedarf 80 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 32, N-Bedarf 30 kg N/ha

Der N-Bedarf des Bestandes in Grund-Schwalheim ging gegenüber der Vorwoche zurück. Die Schossergabe vom 16.04. zeigt also weiter gute Wirkung. Hier ist die Versorgung weiter gesichert, insbesondere da die Boden-N-Freisetzung noch gar nicht richtig eingesetzt hat.

In Bingenheim wurde die Schossergabe mit 54 kg N/ha am 30.04. gedüngt. Die Schossergabe wurde hier auf EC 31/32 geschoben, um bei überhöhter Saatstärke unproduktive Nebentriebe zu reduzieren. Dies scheint gegenwärtig gelungen zu sein. Eine erneute Auszählung ergab, dass die Bestandesdichte von > 1000 Tr./m² auf rund 700 Tr./m² reduziert wurde (Tab. 1). Grundsätzlich sollten solch hohe Bestandesdichten durch zu hohe Saatstärke vermieden werden (unproduktiver Wasser- und Nährstoffverbrauch). Durch das „Anhungern“ kann die Triebdichte zwar reduziert werden, doch ist gleichermaßen die Gefahr der Reduzierung von Ertragsanlagen gegeben. Zum aktuellen Termin ist der hohe N-Mangel der Vorwoche leicht rückläufig und sollte weiter abnehmen. Eine zusätzliche, ggf. vorgezogene Spätgabe nach N-Tester-Messung ist hier eingeplant.

Im Bestand in Melbach haben sich frühere Aufhellungen (AHL-Düngung und CCC-Einsatz bei kalten Bedingungen) weiter verwachsen. Der N-Bedarf stieg hier gegenüber der Vorwoche leicht an. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei geringem Frühj.-Nmin die bisherige N-Düngung von rund 120 kg N/ha gut verwertet wurde. Die noch nicht ausreichend eingetretene Boden-N-Freisetzung sollte bei Erwärmung im Laufe des Mais den aktuellen Bedarf wieder reduzieren.

Die Standorte Büches 1 und Büches 2 zeigen eine nochmalige Zunahme des N-Bedarfs. Wie in den Vorwochen bereits ausgeführt, ging man davon aus, dass die am 05.04. erfolgte Herbizid- und Wachstumsregleranwendung bei kühlen Temperaturen deutlich zur Aufhellung der Bestände führte. Dass die Aufhellungen so lange andauern, ist ungewöhnlich, der Sachverhalt ist jedoch vermutlich auf die in diesem Jahr ungewöhnlich langanhaltende kühle Witterung und den scheinbaren Wachstumsstopp der Bestände zurückzuführen. Bei der Fläche Büches 1 muss zudem weiterhin ein Schwefelmangel als zusätzlicher Faktor für erhöhte N-Bedarfsmessungen einbezogen werden. Die Labor-Analyse hat dies nun bestätigt. In EC 31 sollte der S-Gehalt in der TM > 0,3% betragen, am Standort Büches 1 wurden lediglich 0,18% erreicht. Auch das N/S-Verhältnis sollte berücksichtigt werden und 10:1 betragen, auch hier wurden jedoch nur 15:1 erreicht.

Die CULTAN-Fläche Ober-Erlenbach zeigt, abweichend zur angesprochenen zweiten CULTAN-Fläche Büches 2, die erwartete Entwicklung. Sie ist, wie es eingesetzte Düngeform und Düngerzusammensetzung erwarten lässt, weiterhin gut mit Stickstoff versorgt. Gegenüber der Vorwoche steigt der N-Bedarf minimal an.

Fazit: Der überdurchschnittlich kühle und trockene April sowie der kalte Start in den Mai lassen das Wachstum und auch die N-Aufnahme der Weizenbestände verbreitet stocken. Besonders PS-Maßnahmen im Frühjahr (Herbizid, z.T. Wachstumsregler) bei kühler Witterung stressen die Bestände zusätzlich. Bei späten Saaten oder bestimmten Sorten können die Auswirkungen stärker auftreten. Im Falle erhöhter N-Bedarfswerte sind diese überwiegend (Büdingen 1 und 2) durch die genannten Faktoren bestimmt. Auf den Flächen in Büdingen ergaben Nmin Schnelltests jedoch in 0-30 cm einen Nmin von rund 20 kg N/ha. D.h. zzgl. des Nmin in 30-60 bzw. bis 90 cm steht den Beständen noch ausreichend pflanzenverfügbarer Strickstoff aus den ersten N-Düngegaben zur Verfügung, bis die N-Bodennachlieferung einsetzt.

Die übrigen Flächen, oftmals mit Herbst-Herbizideinsatz, zeigen sich weiter gut versorgt (Grund-Schwalheim, Melbach, Ober-Erlenbach).

Ein Nachlieferungsschub ist bei Bodenerwärmung auf allen Flächen im Laufe des Mais zu erwarten (Lagergefahr). N-Spätgaben sollten nach N-Testermessungen (ab EC 37) entsprechend reduziert werden!

 

+++ Stand 29.04.2021: +++

Zwar steigen die Temperaturen nur leicht und die Böden sind weiter kühl, dennoch haben sich die Bestände weiterentwickelt. Alle Bestände befinden sich nun sicher im Stadium 31, einige sind schon etwas weiter. Die N-Tester-Messungen zeigen folgende Ergebnisse:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 31/32, N-Bedarf 40 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 31/32, N-Bedarf 90 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 31, N-Bedarf 30 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 31, N-Bedarf 80 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 31, N-Bedarf 70 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 32, N-Bedarf 20 kg N/ha

Der N-Bedarf des Bestandess in Grund-Schwalheim stieg gegenüber der Vorwoche nur minimal an. Die Schossergabe vom 16.04.2021 zeigt weiter Wirkung. Mit zögerlich beginnender Boden-N-Freisetzung sollte die Versorgung weiter gesichert sein.

In Bingenheim wurde trotz Empfehlung bisher noch keine Schossergabe gedüngt. Zum aktuellen Termin ist der N-Mangel im Vergleich zur Vorwoche nochmals angestiegen! Eine umgehende Schossergabe von mindestens 60 kg N/ha wurde empfohlen, um Ertragsverluste zu vermeiden. Eine zusätzliche, ggf. vorgezogene Spätgabe nach N-Tester-Messung ist hier eingeplant.

Der Bestand in Melbach erholt sich weiter erkennbar von den Aufhellungen, welche durch die AHL-Düngung und CCC-Einsatz bei kalten Bedingungen begründet waren. Der N-Bedarf geht nochmals um 20 kg N/ha zurück. Zu diesem Zeitpunkt kann festgehalten werden, dass der am Standort Melbach dem AHL-Dünger zugesetzte Ureasehemmer zwar potenziell zu Aufhellungen führen kann, diese jedoch, ähnlich wie bei Herbizid-Aufhellungen, augenscheinlich wieder angemessen durch die Bestände kompensiert werden.

Die Standorte Büches 1 und Büches 2 zeigen eine nochmalige Zunahme des N-Bedarfs. Wie in den Vorwochen bereits ausgeführt, ging man davon aus, dass die am 05.04.2021 erfolgte Herbizid- und Wachstumsregleranwendung bei kühlen Temperaturen deutlich zur Aufhellung der Bestände führte. Dass die Aufhellungen so lange andauern, ist ungewöhnlich, kann jedoch weiter nicht ausgeschlossen werden. Bei Büches 1 muss zudem weiterhin ein Schwefelmangel als zusätzlicher Faktor für erhöhte N-Bedarfsmessungen einbezogen werden. Eine Analyse des S-Gehaltes in der Pflanze wird weiteren Aufschluss darüber geben. Die Probe befindet sich z.Zt. im Landeslabor.

Die CULTAN-Fläche Ober-Erlenbach zeigt, abweichend zur angesprochenen zweiten CULTAN-Fläche Büches 2, die erwartete Entwicklung. Sie ist, wie es eingesetzte Düngeform und Düngerzusammensetzung erwarten lässt, weiterhin gut mit Stickstoff versorgt. Gegenüber der Vorwoche steig der Bedarf minimal an.

Fazit: Trotz des überdurchschnittlich kühlen und trockenen Aprils und der zögerlichen Entwicklung der Weizenbestände befinden sich die Monitoringflächen in einem ausreichend guten bis sehr guten N-Versorgungszustand, der durch N-Tester-Messungen bestätigt werden kann. In der ersten Aprilwoche durchgeführte Schossergaben sind in großen Teilen verwertet. Flächen die noch keine Schossergabe erhalten haben zeigen erwartungsgemäß einen sehr hohen Bedarf (Bingenheim). Hier sollte die Düngung umgehend erfolgen! Lediglich die Flächen Büches 1 und Büches 2 zeigen trotz ausreichender Düngung überraschend hohe N-Bedarfswerte (s. Erläuterung).

Es bleibt abzuwarten, ob der Bedarf der Flächen mit zunehmender N-Nachlieferung aus Boden, Vorfrucht, org. Düngung etc. bis Ende der ersten Mai-Dekade nochmals zurückgeht. Auf alle Fälle ist im Jahr 2021 mit einer verspäteten N-Nachlieferung zu rechnen, die Spätgabe in 2021 ist dann entsprechend zu reduzieren. Eine Spätgäbe nach N-Tester-Messung ist ab EC 37 geplant.

 

+++ Stand 22.04.2021: +++

Seit der letzten Messung am 16.04.2021 haben sich die Bodentemperaturen langsam gesteigert, dennoch liegen sie weiterhin unter der Marke von 12°C, ab welcher in den vergangenen Jahren eine erkennbare N-Mineralisation zu beobachten war. Die Bestände haben sich mit der höheren Temperatur weiterentwickelt, sodass sich nun alle Bestände klar im Schossen zeigen. Die aktuellen N-Tester Messungen ergaben folgende Messungen:

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 31, N-Bedarf 30 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 31, N-Bedarf 80 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 30, N-Bedarf 50 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 30, N-Bedarf 60 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 30, N-Bedarf 60 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 30, N-Bedarf 0 kg N/ha

Der N-Bedarf des Bestands in Grund-Schwalheim sank zur Messungen nach Schossergabe am 16.04.2021 erwartungsgemäß wieder ab. Die Düngewirkung ist gut zu erkennen, aufgrund der Zusammensetzung von AHL wird die vollständige Umsetzung noch andauern. Mit zunehmender Boden-N-Freisetzung ist zudem ein weiterer Bedarfsrückgang zu erwarten.

Die 2. Gabe am Standort Bingenheim erfolgte aufgrund des sehr dichten Bestandes (s. Tab. 1) noch nicht, hier sollten zunächst unproduktive Seitentriebe reduziert werden. Zum aktuellen Termin ist nun ein deutlicher N-Mangel zu sehen, eine Reduktion der Triebzahl setzt bereits ein. Eine Düngung dem Bewirtschafter nach dem Wochenende empfohlen.

Der Bestand in Melbach erholt sich nun erkennbar von den Aufhellungen, welche durch die AHL-Düngung und CCC-Einsatz bei kalten Bedingungen begründet waren. Der N-Bedarf geht in Folge um 20 kg N/ha deutlich zurück. Interessant wird sein, wie sich der N-Bedarf der beiden mit AHL gedüngten Flächen (Melbach und Grund-Schwalheim) künftig entwickelt, da am Standort Melbach dem AHL-Dünger zusätzlich ein Ureasehemmer zugesetzt wurde, der die Umsetzung des Amid-Stickstoffs in pflanzenverfügbares Ammonium verzögert. Dieser Hemmstoff kann zusätzlich die Aufhellungen des Bestands begünstig haben.

Die Standorte Büches 1 und Büches 2 zeigen weiterhin eine Zunahme des N-Bedarfs, wobei die mit CULTAN gedüngte Fläche trotz Depotdüngung und S-Versorgung sogar einen stärkeren Anstieg zeigt. Wie in der Vorwoche bereits ausgeführt, kann davon ausgegangen werden, dass die am 05.04. erfolgte Herbizid- und Wachstumsregleranwendung bei kühlen Temperaturen deutlich zur Aufhellung der Bestände führte. Dass die Aufhellungen so lange andauern ist ungewöhnlich, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Bei Büches 1 muss zudem weiterhin ein Schwefelmangel als zusätzlicher Faktor für erhöhte N-Bedarfsmessungen einbezogen werden. Eine Analyse des S-Gehaltes in der Pflanze in der kommenden Woche wird weiteren Aufschluss darüber geben.

Die CULTAN Fläche Ober-Erlenbach zeigt, abweichend zur angesprochenen zweiten CULTAN-Fläche Büches 2, die erwartete Entwicklung. Sie ist, wie es eingesetzte Düngeform und Düngerzusammensetzung erwarten lässt, weiterhin sehr gut mit Stickstoff versorgt.

Die 2. Gabe ist in den meisten Beständen bereits gefallen und sollte nur noch bei deutlich zu dichten Beständen bis EC 31 oder 32 herausgezögert werden. Falls noch N-Tester-Messungen in Ihrem Bestand gewünscht sind, können Sie sich gerne bei uns melden.

 

+++ Stand 16.04.2021: +++

Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage hat sich im Vergleich zur Vorwoche wenig in Sachen N-Bedarf getan. Dies liegt in erster Linie an der weiterhin kalten Witterung, die die Entwicklung der Bestände, die Umsetzung und Wirkung der Dünger sowie die Mineralisation im Boden stark gebremst hat, was sich auch in den folgenden nahezu unveränderten EC-Stadien und Messergebnissen zeigt.

  1. Grund-Schwalheim: KWS Talent, EC 30/31, N-Bedarf 40 kg N/ha
  2. Bingenheim: Apostel, EC 30, N-Bedarf 50 kg N/ha
  3. Melbach: Kerubino, EC 29, N-Bedarf 70 kg N/ha
  4. Büches 1: Reform, EC 29, N-Bedarf 50 kg N/ha
  5. Büches 2: Reform, EC 29, N-Bedarf 20 kg N/ha
  6. Ober-Erlenbach: Reform, EC 29/30, N-Bedarf 0 kg N/ha

Die Flächen Büches 1 und Melbach zeigten trotz erfolgter 2. Gabe, welch durch ausreichende Niederschläge bis zum 12.04. verwertet sein sollten, einen deutlichen Anstieg des N-Bedarfs. Hier kann davon ausgegangen werden, dass der Messwert aufgrund der jeweils am 05.04. erfolgten Herbizid-bzw. Wachtumsreglerbehandlung (deutliche Aufhellung der Bestände) verfälscht war. Weiterhin kann eine nicht erfolgte Schwefeldüngung auf Büches 1 zu einer Verfälschung des Messergebnisses beitragen.

Auf der Fläche Melbach erfolgte zudem die Düngung mit AHL. Wechselfröste und Niederschlag (schwache Wachsschicht) in Kombination mit AHL haben zu Verätzungen der Blattspitzen und einer Aufhellung geführt. Dies trägt ebenfalls zu einem überhöhten Messergebnis (N-Bedarf) bei.

Die genannte Herbizidanwendung führte vermutlich auch bei der CULTAN-Fläche Büches 2 zu dem gemessenen Anstieg des N-Bedarfs, welcher jedoch aufgrund der noch ausreichenden Depotdüngung ausgeschlossen werden kann. Die ebenfalls mit CULTAN gedüngte Flächen in Ober-Erlenbach zeigt hingegen weiterhin keinen N-Bedarf, hier wurde die Herbizidmaßnahme im Herbst 2020 gefahren.

Der N-Bedarf der Fläche in Grund-Schwalheim ist durch die zum Messzeitpunkt noch nicht erfolgte Schossergabe begründet. Am gleichen Tag erfolgte jedoch eine Schossergabe von 60 kg N/ha.

Der leichte Rückgang des N-Bedarfs in Bingenheim ist durch die langjährige organische Düngung erklärbar. Trotz der noch geringen Bodentemperaturen, kann hier eine erste N-Freisetzung angenommen werden. Eine Schossergabe erfolgte aufgrund der hohen Bestandesdichte noch nicht.

Empfehlung Schwefeldüngung 2021: Bei den verbreitet geringen Nmin-Werten im Frühjahr kann aufgrund der Verlagerung auch von niedrigen Smin-Gehalten im Boden ausgegangen werden, da dieser wie auch Nitrat-N leicht verlagerbar ist. Sind Bestände noch nicht mit Schwefel gedüngt, sollte dies unbedingt in der 2. Gabe oder in Verbindung mit Pflanzenschutz nachgeholt werden. Dem Weizen sollten mind. 30 kg S/ha zur Verfügung stehen, eine organische Düngung allein kann i.d.R. den S-Bedarf nicht decken!

Fazit: Die Monitoringflächen, die zur aktuellen Messung noch keine Schossergabe erhalten haben zeigen einen Bedarf von derzeit 40-50 kg N/ha. Auf Anfang April angedüngten Flächen sollte die 2. Gabe nach ausreichenden Niederschlägen größtenteils verwertet sein, die Flächen zeigen einen geringen Bedarf. Verfälscht hohe N-Bedarfsergebnisse sind aktuell i.d.R wie folgt begründet:

  • Kürzliche Herbizid- bzw. Wachstumsreglermaßnahmen (bei Kälte)
  • Schwefelmangel
  • AHL
  • Stress durch Kälte

Bei der Bemessung der 2. Gabe ist folgendes zu berücksichtigen: Die Wirkung aus Mineralisation aus Boden und organischen Düngern tritt erst bei stabilen Boden-Temperaturen > 12°C ein. Bei sehr dichten Beständen kann mit der Schossergabe noch bis EC 31/32 (> 800 Triebe) gewartet werden, normale Bestände bis 800 Triebe/m² können nun gedüngt werden. Behalten Sie unbedingt bei der Bemessung der 2. Gabe Ihre Düngeempfehlung bzw. in Roten Gebieten DBE -20% im Blick. Möglicherweise kann keine Spätgabe mehr stattfinden.

 

+++ Stand 14.04.2021: +++

Rückblick Witterung bis Anfang April

Erfreulicherweise zeigten sich die Bodenwasservorräte im gesamten Beratungsgebiet durch ergiebigen Herbst- und Winterniederschläge zu Vegetationsbeginn vollständig aufgefüllt, sodass die Bestände auch in diesem Jahr mit ausreichender Wasserversorgung in die Vegetation starten konnten.

Die Frühjahrs-Nmin-Werte lagen, nach geringen Herbst-Nmin-Werten sowie deutlicher Verlagerung über Winter, im Frühjahr auf einem geringen Niveau, nichtsdestotrotz waren bei Flächen mit auffälligen Herbst-Nmin-Werten auch hohe Rest Nmin-Gehalte zum Frühjahr anzutreffen.

Die Getreidebestände hatten sich durch die ausreichende Feuchtigkeit und die milden Temperaturen im Herbst und Winter 2020/2021 gut entwickelt. Leichte Blattschäden durch den strengem Frost Anfang Februar kompensierten die Bestände zügig, die darauffolgenden milderen Temperaturen führten zum Vegetationsbeginn ab ca. 20.-25.02. Der März verlief in der zentralen Wetterau recht trocken und mild, sodass die Bestände noch intensiv bestockten. Bis Mitte des Monats fielen ca. 20-25 mm Niederschlag, welche die Verwertung der 1. Gabe sicherstellten. Ende März stiegen die Temperaturen teilweise über 20°C an, wobei die Bodentemperaturen in dieser Phase ebenfalls kurz über 12°C anstiegen, hiernach jedoch wieder deutlich abfielen.

Seit Ostern sind die Temperaturen wieder deutlich gesunken, teilweise lagen diese nachts unter dem Gefrierpunkt. Der Langtag führt die Bestände verbreitet in das Längenwachstum (EC 30) über, die niedrigen Temperaturen verzögerten die Entwicklung jedoch.

Ziel der N-Testermessungen - korrekte Interpretation der N-Testermessungen – bisherige Entwicklung der Bestände

Durch eine regelmäßige N-Bedarfsanalyse mit Yara N-Tester-Messungen können insbesondere der Beginn und Höhe des N-Bedarfs bei der Anschlussdüngung sowie Zeitpunkt und Höhe der N-Nachlieferung aus Boden und ggf. der org. Dünger abgeleitet werden.

Um diese Entwicklung über die N-Düngeperiode zu verfolgen, wurden im gesamten Beratungsgebiet des MR Wetterau sechs Monitoring-Flächen mit Stoppel-, Rübenweizen und Maisweizen eingerichtet (Tab. 1, Tab. 2).

Anfang März wurden erste Trieb- und Pflanzenzählungen durchgeführt (Tab. 1, Pfl./m² nach Winter). Bei Aussaatstärken von 260 (Grund-Schwalheim) bis 320 Körner/m² lagen die Pflanzendichten nach Winter bei 240-320 Pfl./m². Lediglich der Schlag in Bingenheim wies, bedingt durch die hohe Aussaatstärke von 380 Körnern/m², eine Pflanzendichte von über 330 Pfl./m² auf. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bestände, mit Ausnahme der Rübenweizenflächen in Büches, schon bestockt und 2-3 Triebe gebildet.

Die nächste Bonitur der Bestände erfolgte am 01.04. (Tab. 1) Zu diesem Zeitpunkt hatten alle Bestände ausreichend bestockt und erreichten durchweg hohe Triebzahlen von 650- 800 Trieben/m². Der Grund-Schwalheimer Schlag hatte zu diesem Zeitpunkt über 900 Triebe, in Bingenheim lagen die Triebzahlen über 1000 Triebe/m².

Für eine optimale Bestandesdichte sollten, je nach Sortentyp, Standort bzw. Wasserversorgung, 500-600 ährentragenden Halmen/m² angestrebt werden. Ausgangs der Bestockung sollte deshalb nicht mehr als 800 Triebe/m2 ausgezählt werden.

Bei der Ableitung des N-Düngebedarfs durch die N-Testermessungen ist es wichtig, die Wirkung verschiedener Stressfaktoren wie Frost, UV-Strahlung und kürzlich erfolgte Herbizid- oder Wachstumsreglermaßnahmen zu berücksichtigen (Tab. 1). Auch eine fehlende Schwefeldüngung kann zu einer Aufhellung führen. In diesen Fällen ist eine Korrektur der ermittelten Daten unerlässlich, um realistische Ergebnisse zu erzielen.

 

 

+++ Stand 09.04.2021: +++

Am 09.04. befanden sich alle Bestände im Stadium Ende Bestockung (EC 29), lediglich der Schlag in Grund-Schwalheim (Septembersaat) befand sich schon sicher in EC 30.

Die Bedarfswerte schwankten, bei den herkömmlich gedüngten Schlägen, zwischen 30 und 60 kg N/ha. Die Flächen, die mit RMD-Sulfat (3 % Nitrat, 7 % Ammonium, 5 % Harnstoff) mittels CULTAN-Verfahren gedüngt wurden, zeigten sehr hohe N-Tester-Messwerte und wie zu erwarten keinerlei N-Bedarf.

Aufgrund der gemessenen Daten zeigt sich die Situation zur Schossergabe wie folgt:

  • Die Startgaben (auch 1b Gaben) wurden, wenn in der Höhe angemessen, zum großen Teil schon verwertet.
  • Die N-Mineralisierung hat wegen den niedrigen Bodentemperaturen noch nicht oder nur geringfügig eingesetzt.
  • Die Bestände gehen durch die kalte Witterung nur zögerlich ins Schossen, jedoch sind diese ausreichend bestockt. Bei hohen Bestandesdichten deutlich über 800 Trieben/m² empfiehlt es sich, die Schossergabe bis EC 31 zu schieben, um die Bestände auf eine standortangepasste Triebzahl zu reduzieren und Dürrestress bei möglichen Trockenperioden vorzubeugen.

Für die Flächen Büches 1, Bingenheim und Melbach wird eine Empfehlung von 60 kg N/ha ausgesprochen. Trotz des geringeren Bedarfswertes von Büches 1 und Melbach sollten 60 N gedüngt werden, um eine sichere Verwertung im Falle späterer Trockenheit sicherzustellen. Aufgrund höherer Andüngung wird für die Fläche Grund-Schwalheim nur eine Schossergabe nach Messung (30 kg N/ha) empfohlen.

Ist eine Schwefeldüngung zur 1. Gabe nicht schon erfolgt, sollte hier schnellstmöglich die Schwefelversorgung von 20-30 kg S/ha zu Weizen sichergestellt werden.

 

+++ Stand 01.04.2021: +++

Am 01.04. wurden die ersten N-Testermessungen durchgeführt. Ein Großteil der Bestände war jedoch für eine aussagekräftige Messung hier noch nicht ausreichend weit entwickelt, sodass eine Interpretation zu diesem Zeitpunkt n